Gestern marschierten hunderte Sans-Papiers friedlich über die Grenze beim Basler Zoll. Im Rahmen des «ersten europäischen Marsches der Sans-Papiers und MigrantInnen» legen Sans-Papiers und Sympathisanten gemeinsam die Strecke von der europäischen Hauptstadt Brüssel bis zum Europaparlament und dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg zurück.

Heute waren die Sans-Papier in Basel unterwegs. Sie bevölkerten die Innenstadt und demonstrierten auf dem Claraplatz für ihre Sache. Zentrale Forderung ist die «Bewegungsfreiheit für alle» - auch über Landesgrenzen ohne Ausweis und eine globale Regularisierung und Niederlassungsfreiheit für Sans-Papiers. Sie protestieren zudem gegen die vom Nationalrat letzte Woche beschlossenen Verschärfungen des Asylrechts.

SVP ist empört

Das Verhalten der Basler Grenzwache in Anbetracht des Marsches wird von der Basler SVP scharf kritisiert. Sie verlangten gestern rigoroses Durchgreifen gegen die «illegal Einreisenden» und empören sich nun ab der Toleranz der Grenzwache, die sich unter den gegeben Umständen und unter Absprache mit dem Bundesamt für Migration für ein verhältnismässiges Agieren entschied. Die Grenzwache habe einen Verstoss gegen geltendes schweizerisches Recht zugelassen, schreibt die SVP in einem Communiqué.

Der Sans-Papiers-Marsch visiert nach dem «Besuch» in Basel Etappen in der Schweiz an: in Bern eine Demo am Samstag, in Wünnewil FR das Asylzentrum am Sonntag, in Chiasso am Montag eine Demo an der Grenze mit Abstecher nach Turin und am 2. Juli parallel zum Einlauf in Strassburg eine Aktion in Genf. (zam/sda)