Bio-Rasen

Satter und gesünder: Wurzelbehandlung für Basler Parks

Tiefere Wurzeln: Stadtgärtner Heinz Schindler erklärt den Bio-Rasen.

Tiefere Wurzeln: Stadtgärtner Heinz Schindler erklärt den Bio-Rasen.

Basel-Stadt will für die Schweiz eine Pionierrolle einnehmen: Die städtischen Parkanlagen werden neu nachhaltig gedüngt – das Gras wächst so besser und tiefer.

Scherkraft, Wuchskraft, Farbkraft – die Pflege eines Rasens ist eine Wissenschaft. Zumindest in Basler Parkanlagen: Diese werden jetzt auf Bio umgestellt. Vor drei Jahren wurde dazu ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das die eben genannten Attribute von herkömmlich behandelten Grünflächen mit jenen von biologisch nachhaltigen verglichen hat. Das Resultat: Bio-Rasen ist besser verwurzelt, satter und gesünder. Bislang befinden sich 13 Parks in diesem Programm. Das entspricht zirka 60 Prozent der öffentlichen Rasenflächen in Basel-Stadt, wobei die verbleibenden 40 nun ebenfalls auf Bio umgestellt werden.

Wobei – ein eigentliches Gütesiegel wie die Knospe bei landwirtschaftlichen Produkten existiert nicht. Dennoch kann auch Gras biologisch angebaut werden. Entscheidend ist dafür insbesondere die Wahl des Düngers. Bis vor kurzem wurde in diesem Bereich auf synthetische Produkte gesetzt. Neu soll Kompost für grüne Matten sorgen. Zusätzlich wird der Boden in intensiver Arbeit besser gelockert.

Das ist teuer: Das Lockern des Bodens kostet pro Quadratmeter und Jahr etwa ein- bis zwei Franken. Und auch der Kompost liegt im Preis leicht höher als künstlicher Dung – etwa 15 Rappen pro Quadratmeter. Nicht wenig bei 100’000 Quadratmeter Gesamtfläche. «Dies sind jedoch Primärinvestitionen», sagt Yvonne Aellen, Leiterin Grünflächenunterhalt der Basler Stadtgärtnerei. In Zukunft könnte der Bio-Rasen sogar günstiger werden, da er seltener gedüngt werden müsse und Kompost sowieso vorhanden sei.

Wer nun denkt, dass der Natur-Dünger stinke, irrt: «Aufgrund der geringeren Durchwurzelung ist der Boden der herkömmlich gedüngten Grünflächen feuchter und riecht deshalb stärker», sagt Heinz Schindler, Kreisleiter West der Stadtgärtnerei. Der lockere Boden hat zudem einen weiteren positiven Effekt: Fällt einmal viel Regen, versickert das Wasser schneller und bildet keine Pfützen, wie dies bisher stellenweise auf der Voltamatte geschah.

Basel-Stadt will für die Schweiz eine Pionierrolle einnehmen. Zusammen mit Winterthur und Luzern wurde das vom Bund unterstützte Projekt «Grünstadt Schweiz» gegründet, weitere Städte sollen nachziehen.

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