Basel
Sattes Programm zum 100. Geburtstag von Muba und Messe Schweiz

Im Jahr 1916 ist der Startschuss für das «moderne Messewesen» gefallen, wie die Messe Schweiz AG berichtet. Um das 100. Jubiläum der Muba und der Messe Schweiz gebührend zu feiern, finden in Basel das ganze Jahr über Veranstaltungen statt.

Stefan Schuppli
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Schweizer Mustermesse Basel, 1917
4 Bilder
Schweizer Mustermesse Basel, ca. 1921
Schweizer Mustermesse Basel 1924, erste massive Halle
100 Jahre MUBA, historische Fotos

Schweizer Mustermesse Basel, 1917

Staatsarchiv Basel Stadt/Privatarchiv MCH Group

Unter dem Motto «100 Jahre Zukunft» feiern die Muba und die Messe Schweiz das 100-jährige Bestehen. Das Jahr 1916 sei gleichzeitig das Geburtsjahr «des modernen Messewesens in der Schweiz» gewesen, schreibt die Messe Schweiz AG (MCH Group) in einer Medienmitteilung.

Das Jubiläumsmotto «100 Jahre Zukunft» versinnbildliche den Pioniergeist und die Innovationskraft der MCH Group. Am 15. Juli 1916 wurde mit der Zustimmung des Regierungsrates des Kantons Basel-Stadt zur Veranstaltung einer «schweizerischen Mustermesse» im Jahr 1917 der Grundstein gelegt für die heutige international erfolgreiche Unternehmensgruppe. Die Muba, die «Mutter aller Messen,» wie einst ein Werbeslogan lautete, hat ein besonders schwieriges Jahr hinter sich. Die Besucherzahlen sind eingebrochen, die Kauflust war massiv rückläufig (vgl. unten stehender Bericht). Andere Messen wie die Swissbau und die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld schlagen sich hingegen gut.

Die MCH Group feiert ihren 100. Geburtstag über das ganze Jahr hinweg mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmensgruppe, aber auch Partner und Kunden, Aussteller und Besucher sowie die breite Öffentlichkeit. Auf der neuen Jubiläumswebseite www.100jahrezukunft.ch werden ganzjährig aktuelle Informationen, geschichtliche Meilensteine sowie persönliche Geschichten publiziert.

Jubiläumsbuch im März

Zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten gehören die Herausgabe des Jubiläumsbuches «Im Takt der Zeit - von der Schweizer Mustermesse zur MCH Group» und die Eröffnung der Plakatausstellung «100 Jahre Muba: eine plakative Zeitreise» Anfang März 2016.

Das rund 350 Seiten starke Buch, das in Zusammenarbeit mit dem Christoph Merian Verlag unter der Leitung von Patrick Kury und Esther Baur entstand, wird an einer Vernissage am 2. März im Basler Rathaus vorgestellt. 13 Autorinnen und Autoren – bekannte Historiker und Journalisten – berichten in diesem reich illustrierten Band unter anderem vom Mut der Gründerväter, vom Aufstieg der Schweizer Mustermesse zu einer nationalen Institution sowie vom Erfolg der heutigen MCH Group im internationalen Messegeschäft. Dabei beleuchten sie die Architektur- und Unternehmensgeschichte, stellen einzelne Messen vor und werfen einen geschichtlichen und aktuellen Blick hinter die Kulissen der Schweizer Mustermesse bzw. der MCH Group. Das Buch erscheint in Deutsch, Französisch und Englisch in einer Startauflage von 5000 Exemplaren und kann im Buchhandel oder an der Muba 2016 gekauft werden.

Markante Plakate

«100 Jahre Muba: eine plakative Zeitreise» ist der Titel der öffentlichen Plakatausstellung zum 100-Jahre-Jubiläum, die am 2. März 2016 beginnt und bis 24. April dauert. In Zusammenarbeit mit der Schule für Gestaltung (Basel) werden an ausgewählten Orten in der Stadt – vom Badischen Bahnhof über die Mittlere Brücke, den Marktplatz und Bankverein sowie den Steinenberg bis zur Theaterpassage und dem Barfüsserplatz – 50 historische Plakate der Muba präsentiert sowie deren Geschichte und Gestalter vorgestellt. Ausführliche Informationen zu allen 100 Muba-Plakaten gibt es auf der Jubiläumswebseite.

Die MCH-Gruppe, zu der auch die Messe Zürich und das Beaulieu in Lausanne gehören, beschäftigt schweizweit 800 Mitarbeitende. Im Ranking der weltweit führenden Messegesellschaften belegte die MCH 2014 den 5. Rang. Sie machte in jenem Jahr einen Umsatz von 450 Millionen Franken und einen Betriebsgewinn von 43 Millionen.

Messe Schweiz spürt teuren Franken

Dass die Exportindustrie unter dem starken Franken ächzt, ist hinlänglich bekannt. Doch auch ein Dienstleistungsunternehmen wie die Messe Schweiz (MCH) spürt die Wechselkursverhältnisse. Je nach Bereich sind die Auswirkungen verschieden, sagt MCH-Sprecher Christian Jecker.

Die Publikumsmesse Muba zum Beispiel ist eine Konsumgütermesse. Sie spürt die Grenzlage und den Einkaufstourismus. Das zeigt auch die jährliche Besucherumfrage der Muba. 2014 sagten noch 50 Prozent der Besucher, sie würden an der Muba einkaufen, im Problemjahr 2015 waren es gerade noch 40 Prozent. Gleichzeitig ging die durchschnittliche Grösse eines Einkaufs von 1100 auf 600 Franken zurück. Die Befragung von 2015 fand allerdings unter dem Eindruck der Frankenkurs-Freigabe drei Wochen zuvor statt. Gleichzeitig brach die Besucherzahl um 20 Prozent ein, sagt Muba-Sprecher Simon Dürrenberger.

Die Aussteller hätten also unter einem dreifach negativen Effekt gelitten. Die Aussicht für die im April stattfindende Muba sei wieder besser, «auch wenn gewisse Aussteller wohl auf eine Teilnahme verzichten oder ihre Präsenz verkleinern werden.» Die Muba erwartet einen Anstieg der Besucherzahlen. Die Züspa, die eher eine inlandorientierte «Binnenmesse» sei, würde den Einkaufstourismus viel weniger spüren.

Technologie-Messen unter Druck

Technische Fachmessen sprechen oftmals stark exportorientierte Firmen an. Diese sind unter Kostendruck – im Übrigen nicht erst seit der Aufgabe der Euro-Franken-Bindung. Die Zulieferindustrie steht ebenfalls unter Druck. Sparen können Firmen auch bei der Standgrösse, oder es kommen nicht mehr vier, sondern nur zwei Angestellte von einer Firma, sagt Jecker.

Erstaunlich gut schlägt sich die kommende Woche beginnende Swissbau. Die Ausstellerakquisition für diese alle zwei Jahre stattfindende Baumesse begann im Frühling «eher harzig», sagt Swissbau-Sprecherin Muriel Mangold. Es kamen Meldungen von Ausstellern bezüglich Stellenabbau bzw. Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland.

Doch im Herbst änderte sich das Bild. «Wir haben praktisch gleich viele Aussteller wie vor zwei Jahren.» Und ganz erstaunlich: Von den insgesamt 1100 Ausstellern sind 300 neue dabei. «Einige haben gefunden: Jetzt erst recht. Und offenbar wollen vermehrt ausländische Anbieter auf den lukrativen Schweizer Markt», sagt Mangold. Der Anteil ausländischer Aussteller ist von 19 auf 21 Prozent gestiegen.

Baselworld: Uhrenkonjunktur zählt

Für die Baselworld ausschlaggebend ist die Frage, wie sich die Uhrenindustrie global weiter entwickeln wird. Diesbezüglich können Faktoren wie zum Beispiel die Währungsturbulenzen in Asien für diese Industrie sicher stärkeren Einfluss haben als das Franken-Euro-Verhältnis.