Es ist eindrücklich das neue Hochhaus, dass die SBB im Gundeli in der Nähe der Bahnhofs-Passerelle gleich neben dem Meret Oppenheim Platz bauen wollen. Unter dem Titel «Meret Oppenheim Hochhaus – ein Quartier wächst über sich hinaus» informierten die SBB Immobilien Developement gestern Abend in der Seniorenresidenz Südpark über den Stand der Dinge.

Endlich geht es vorwärts mit dem eindrücklichen Projekt von Herzog & de Meuron, das ursprünglich auf einen Wettbewerb von 2002 zurück geht – also schon zwölf Jahre alt ist, wie Robert Hoesl, der für bei Herzog & de Meuron für den Bau zuständige Partner, berichtete. Derzeit wird das Baugesuch eingereicht und Ende 2018 sollte das Hochhaus fertig sein.

Der Anlass war gut besucht. Aber auf die Frage, die Etliche der Anwesenden am meisten interessiert haben mag, gab es keine Antwort, auch wenn sie mehrfach gestellt wurde. Wie steht es um den Aus- und Zugang vom Meret Oppenheim-Platz in die geplante neue Personenunterführung, die auf der Seite des Centralbahnplatzes beim Elsässer Tor münden soll?

Keine Info zur Unterführung

Er war auf den Plänen des neugestalteten Meret Oppenheim-Platzes recht klein eingezeichnet und erntete in der Fragerunde Charakterisierungen wie «nicht sehr attraktiv und breit» oder «recht mickrig». Zudem ende er «an einem Unort». Daniel Strolz, bei den SBB Immobilien Gesamtprojektleiter, musste passen und bei sämtlichen Fragen, Anregungen und Kritikpunkten zum Ausgang der neuen Unterführung darauf verweisen, dass dies das Aufgabengebiet seines Kollegen von der Infrastruktur sei – er also nichts dazu sagen könne.

Berichten wir, was zu berichten ist, und auch das ist nicht wenig. 115 Millionen Franken wird das Hochhaus kosten und dazu kommen 35 Millionen für ein neues unterirdisches Logistikzentrum für den Bahnhof und die Neugestaltung des Meret Oppenheim Platzes. Um den Höhenunterschied von einem Meter zwischen Platz und Strasse aufzuheben, soll Letztere angehoben werden. Es sollen Bäume gepflanzt werden und ein Aufenthaltsort entstehen. Ansonsten ist die Gestaltung nicht ganz einfach, weil der Quadratmeter laut Aussage des Landschaftsarchitekten Andy Schönholzer nur 500 Kilogramm trägt. Grund ist, dass sich unter dem Platz der Media Markt befindet.

Insgesamt hat das Hochhaus auf über 20 Etagen eine Gesamtfläche von 28 500 Quadratmetern. 12 000 werden als Büroflächen vermietet – davon sind 9200 Quadratmeter auf fünf Etagen bereits an das Schweizer Radio und Fernsehen SRF vergeben (zum bisherigen Standort siehe Box). Im Erdgeschoss soll es auf 500 Quadratmetern ein Restaurant mit Aussenbewirtschaftung geben. Eine Terrasse im Hochhaus für die Öffentlichkeit frei zu geben, wie eine Dame anregte, sei leider aus technischen und planerischen Gründen nicht möglich, so Strolz. Weitergeben will er die Anregung, die Post als möglichen Mieter für frei stehende Büroflächen anzufragen. Des Weiteren wird es 150 Mietwohnungen in dem Gebäude geben, die kleinste 1,5 Zimmer gross. Über die Preise wollte Strolz keine Auskunft geben. «Sie sind noch nicht bekannt», sagte er.

Das Gebäude wurde ursprünglich Stapelvolumen genannt. «Das kommt, weil es sich aus grossen und kleinen Blöcken zusammensetzt, die aufeinandergestapelt werden», erläuterte Robert Hoesl. Durch zwei grosse Öffnungen wird das Gebäude in Richtung Stadt durchlässiger. Einen Durchgang soll es auch hinter dem Hochhaus zwischen Güter- und Meret Oppenheim Strasse geben.

Interessant ist die Idee der Fensterläden, die aus vielen beweglichen Teilen bestehen, die die Bewohner unterschiedlich einstellen können und wodurch sich der äussere Aspekt des Hochhauses ständig ändern wird.

Während der Bauarbeiten wird eine zweite provisorische Meret Oppenheim-Strasse eingerichtet. Die ursprüngliche ist für den Baustellenverkehr vorgesehen.