Super League
SBB geben den FCB-Fans nach: Extrazug nach Luzern fährt früher ab

Der Boykottaufruf der Muttenzerkurve zeigt Wirkung: Die Fans des FC Basel werden am Freitag doch mit einem Extrazug zum Auswärtsspiel in Luzern reisen. Die SBB haben den Fahrplan des Zuges den Wünschen der Muttenzerkurve angepasst.

Drucken
Teilen
Die SBB verschieben die Abfahrtszeit des Extrazugs ab Basel nach Luzern. (Archiv)

Die SBB verschieben die Abfahrtszeit des Extrazugs ab Basel nach Luzern. (Archiv)

Keystone

Am Freitag spielt der FC Basel auswärts gegen den FC Luzern. Der FCB kann mit einem Punktegewinn in Luzern die Meisterschaft definitiv für sich entscheiden. Es wird der 20. Titel in der Vereinsgeschichte. Um diesen Moment live im Stadion zu erleben, wollen die Basler Fans mit einem Grossaufmarsch nach Luzern reisen.

Jedoch setzten die SBB die Abfahrtszeit des Extrazuges aus Sicht der Fans zu knapp an. Die Ankunft 70 Minuten vor Anpfiff – das Spiel beginnt um 19.45 Uhr – sei zu wenig Zeit, für Fanmarsch und Einlass beim Stadion. Deshalb rief die Muttenzerkurve dazu auf, den SBB-Extrazug zu boykottieren und mit dem regulären Zug mitten in der Stosszeit anzureisen.

Nun lenken die SBB ein. «Aus Sicherheitsgründen» verlegen sie die Abfahrtszeit des Extrazuges ab Basel auf 17.10 Uhr. Die FCB-Fans treffen mit diesem Zug um 18.10 Uhr in Luzern ein.

Diese Massnahme ist aber mit Konsequenzen für die übrigen Pendler verbunden, schreiben die SBB in einem Communiqué am Mittwoch. «Mehrere Fernverkehrszüge und S-Bahnen werden wegen der Fahrplananpassungen Verspätungen erleiden. Auf Unterwegsbahnhöfen wird es zudem für Kunden regulärer Züge zu Gleiswechseln kommen», heisst es da.

Die Muttenzerkurve reagierte positiv auf den neuen Fahrplan des Extrazuges und zog ihren Boykottaufruf zurück. Sie werde nicht wie angekündigt den Regelzug, sondern den neu angesetzten Extrazug benutzen, teilte sie auf ihrer Homepage mit.

Mit dem Waggiswagen an die Meisterfeier

Der FC Basel plant offenbar für seine Meisterfeier eine Zusammenarbeit mit der IG der Wagencliquen. Das haben Recherchen von «Radio Basilisk» ergeben. Traditionellerweise fahren Mannschaft und Tross jeweils mit mehr oder weniger originellen Gefährten durch die Stadt zum Barfüsserplatz. In diesem Jahr sollen es offenbar Waggiswagen sein.

Auflage der Luzerner Polizei

Die Spiele zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel gelten als Hochrisikospiele. Die SBB hatte gemäss ihren Angaben von der Luzerner Polizei die verbindliche Auflage erhalten, dass der Extrazug nicht vor 18 Uhr in Luzern eintreffen dürfe.

Damit möglichst viele Fans mit einem Extrazug und nicht mit einem normalen Zug zu einem Fussballspiel reisen, gibt es verbilligte Tickets. Die jährlich ungedeckten Kosten für Personal, Sicherheit und Rollmaterial für die Fussball-Extrazüge beliefen sich gemäss SBB 2016 auf 2,6 Millionen Franken. Zum Einsatz kommen ältere Bahnwagen. Die Schäden konnten damit 2016 auf 140'000 Franken reduziert werden. (zam/sda)

Aktuelle Nachrichten