Persönlich

Schäfchen zählen am frühen Morgen

Was auf dem Lande nicht weiter verwundert, ist mitten in der Stadt eher ungewöhnlich: Eine Schafherde.

Was auf dem Lande nicht weiter verwundert, ist mitten in der Stadt eher ungewöhnlich: Eine Schafherde.

Määäh. Ein eher ungewöhnliches Geräusch an einem Montagmorgen in Zürich-Altstetten. Statt Ausschlafen im industriellen Kreis 9 gibt es «Geblöke», und zwar nicht zu wenig.

Während sich der Stadtmensch an ohrenbetäubende Grossbaustellen gewöhnt hat, sind Schafe dann doch eher befremdlich. So gehe ich automatisch davon aus, dass es sich um eine Aktion von Tierschützern handeln muss, schliesslich ist der Schlachthof direkt ums Eck.

Ich verlasse also das Haus in der Erwartung, Tierschützer anzutreffen, die Tonaufnahmen von leidenden Schafen abspielen, um uns den Spiegel vorzuhalten. Mir ist schon etwas mulmig – Ziel erreicht.

Stattdessen steht da ein Polizeiauto. Ich bin etwas beruhigt, scheine ich doch nicht der einzige Bünzli zu sein, der sich gestört fühlt. «Wir haben etliche Lärmklagen erhalten», bestätigt der diensthabende Polizist meine Vermutung.

Als ich abbiege, traue ich meinen Augen nicht. Zwischen zwei grossen Wohnblöcken inmitten von Zürich-Altstetten grasen etwa zwanzig Schafe. Auf einer Wiese, auf der normalerweise Kinder spielen. Schafe. In Altstetten.

In Basel gibt es «die tierischen Mähmaschinen» schon lange. Kleinunternehmen bieten hier das Mähen von Wiesen, Hängen und Naturschutzgebieten an. Über 250 Schafe und Ziegen stehen dafür regelmässig im Einsatz. Basel ist halt eben doch ein Dorf. Äh, Zürich.

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