Brasilien steht als Testspielgegner für den Anfang der neuen Saison des Schweizer Nationalteams. Und Brasilien steht auch, so ist zu hoffen, für das Ende dieser Spielzeit, wenn im nächsten Juni die WM-Endrunde im Land des fünffachen Weltmeisters mit der Schweiz als Teilnehmer ansteht. Im SFV laufen die Planungen für die WM, auch wenn sportlich ein letztes Wegstück noch absolviert werden muss. Mit Blick auf das WM-Highlight treibt Hitzfeld die Kader-Sichtung voran. Diesmal nimmt er als Neulinge Fabian Schär und Michael Lang in den Kreis der SFV-Auswahl auf.

Die Beförderung von Schär war eher früher als später erwartet worden. Der 21-jährige Ostschweizer absolvierte eine magistrale letzte Saison mit dem FC Basel und war einer der Schlüsselspieler auf dem Weg zum Meistertitel und die Halbfinals der Europa League. Wenn Schär gegen Brasilien zu einem (Teil-)Einsatz kommt, kann er sich beim nächsten Etappenziel auf dem Weg nach oben gleich mit den ganz Grossen der Branche messen. Brasilien tritt in Basel als umjubelter Sieger des Confederations Cup an und hat seine (Offensiv-)Stars Neymar, Fred, Oscar und Hulk mit dabei.

Von einem wie Schär erwartet Hitzfeld auch gegen die Superstars einiges. Er lobte explizit "die Ruhe und die mentale Stärke" des Basler Abwehrspielers. In der Hierarchie komme Schär hinter Djourou, Steve von Bergen, Timm Klose und Philippe Senderos, daher "rückt Schär aufgrund der Verletzung von Djourou nach", so Hitzfeld. Djourou musste sich in Hamburg vor kurzem einer Leistenoperation unterziehen.

Michael Lang (22) kommt zu seinem ersten Aufgebot, weil auf der rechten Abwehrseite Alternativen zu Stephan Lichtsteiner fehlen. Für diese Position hatte Hitzfeld auch schon Vincent Rüfli oder Michel Morganella eine Chance gegeben. Jetzt ist die Reihe am GC-Verteidiger Lang. "Er hat gegen Lyon auch international zwei sehr gute Spiele gemacht", so Hitzfeld.

Vor dem ersten Länderspiel der Saison 2013/14 begegnet Hitzfeld personellen Problemen, die das Schweizer Nationalteam seit Jahren begleiten. Der Nationalcoach muss ständig die aktuelle Situation der Internationalen in ihren (ausländischen) Klubs im Auge behalten. "Wer schafft im Ausland den Sprung in die Stammelf? Diese Frage stellt sich immer. Es bleibt immer eine Unsicherheit."

Für den Test gegen Brasilien verzichtet Hitzfeld nun auf Reto Ziegler, Innocent Emeghara, Eren Derdiyok und Josip Drmic. Die ersten drei sind auf Klubsuche und haben in diesem Sommer auf Klubebene noch nicht ein einziges Testspiel bestritten. Daher kamen sie für ein Aufgebot nicht in Frage. Drmic ist nach seinem Wechsel von Zürich zu Nürnberg beim Bundesligisten noch nicht erste Wahl. "Ich habe mit seinem Trainer Michael Wiesinger gesprochen. Es fehlt Drmic noch etwas. Er kam meistens als Einwechselspieler zum Einsatz, deshalb macht es mehr Sinn, wenn er nächste Woche bei der U21-Mannschaft über 90 Minuten spielt."

Vorläufig den umgekehrten Trend wie bei Drmic, der gegen Zypern Anfang Juni in der Startformation stand, nimmt Hitzfeld bei Admir Mehmedi wahr. Nach anderthalb schwierigen Jahren bei Dynamo Kiew hat sich der Stürmer bei Freiburg fürs erste etabliert und kommt im Breisgau als hängender Stürmer zum Einsatz. Damit steigen seine Chancen auch im Nationalteam, wenn Hitzfeld im 4-2-3-1-System die Postion hinter der Sturmspitze besetzen muss.