Grosser Rat
Schaffen es heute sogar zwei Frauen in den BVB-Verwaltungsrat?

Am Mittwoch wählt der Grosse Rat seine drei Vertreter in den Verwaltungsrat der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB). Damit wird der reine Männerklub im achtköpfigen Gremium wohl sein Ende haben. Vielleicht werden sogar zwei Frauen neu gewählt.

Pascale Hofmeier
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Nadine Gautschi (FDP) und Mirjam Ballmer (SP)

Nadine Gautschi (FDP) und Mirjam Ballmer (SP)

bz

Im Verwaltungsrat der IWB sitzen zwei Frauen auf den sieben Posten. Und alle acht Verwaltungsräte der BVB sind Männer. Heute wird sich das ändern: Der Grosse Rat wählt seine je drei Vertreter in den Verwaltungsräten der beiden staatsnahen Betriebe neu. Und setzt dem BVB-Verwaltungsrat als reinem Männerklub wohl ein Ende. Das Grüne Bündnis nominiert anstelle seines bisherigen Vertreters Michael Wüthrich Mirjam Ballmer (bz vom Dienstag).

Zufällig finden die Erneuerungswahlen an dem Tag statt, an dem auch mehrere Geschäfte zur Einführung von Geschlechterquoten behandelt werden. Da ist einerseits der Bericht zur Motion von Brigitta Gerber (GB), die fordert, dass mindestens ein Drittel der Verwaltungsräte von öffentlich-rechtlichen Anstalten Frauen sein müssen. Und andererseits eine neue Motion für eine Geschlechterquote in Kaderpositionen der Verwaltung von mindestens 35 Prozent. Während die Quote in den Verwaltungsräten eine gewisse Chance hat, dürfte der zweite Vorstoss an den Kräfteverhältnissen scheitern.

Der BVB-Verwaltungsrat könnte indes schon früher weiblicher werden, als sich Motionärin Brigitta Gerber erhofft hat. Denn überraschend stellt auch die FDP eine Kandidatin für die drei Sitze: Nadine Gautschi. Die Beisitzerin der Basler FDP-Geschäftsleitung hat letzten Herbst in Grossbasel Ost für den Grossen Rat kandidiert und landete auf dem 12. Reserveplatz. Eine Aussenstehende hat die FDP nominiert, weil in ihrer Grossratsfraktion keine einzige Frau sitzt.

Die Kampfkandidatur der FDP hat allerdings einen anderen Hintergrund, als ausgeglichene Geschlechterverhältnisse herzustellen: «Wir finden, die FDP muss in einem der beiden Verwaltungsräte vertreten sein», sagt Fraktionspräsident Andreas Zappalà. Eigentlich hätte der Sitz des Grünen Michael Wüthrich angegriffen werden sollen. «Uns stört, dass er als Mitglied des Verwaltungsrats gleichzeitig Präsident der Umwelt- und Verkehrskommission ist», sagt Zappalà. Nun habe das Grüne Bündnis dieses Problem selber gelöst. Das bringt die FDP in die Zwickmühle.

Denn noch vor dem BVB-Verwaltungsrat sind die Wahlen für das Aufsichtsgremium der IWB dran. Und auch dort stellt die FDP einen Kampfkandidaten: Grossrat Murat Kaya. Er soll den Grünliberalen Aeneas Wanner in Bedrängnis bringen, weil auch dieser Ämter in nicht vertretbarer Weise kumuliere. Nur: «Wir haben keinen Anspruch auf zwei Verwaltungsräte», räumt Zappalà ein. Gespräche zwischen den Fraktionen finden noch statt; eventuell wird eine Kandidatur noch zurückgezogen.

Die SP, die sich stark für die Gleichstellung einsetzt, hält an ihrem Mann fest: Nationalrat Beat Jans, der im IWB-Verwaltungsrat sitzt. «Er ist in Bern bestens vernetzt», begründet Fraktionspräsident Stephan Luethi. Es sei aber etwas «unschön», dass die Sitze des Grossen Rates bei der IWB alle in Männerhand seien und betont, wie wichtig der SP ausgeglichene Geschlechterverhältnisse seien. «Wir unterstützen dafür die Kandidatur von Mirjam Ballmer», relativiert Lüthi.

Nominationen

IWB: Bernhard Madörin (SVP), Aeneas Wanner (GLP), Beat Jans (SP), Murat Kaya (FDP).

BVB: Patrick Hafner (SVP), Paul Rüst (CVP), Mirjam Ballmer (GB), Nadine Gautschi (FDP).