Das Isteiner Bad ist das letzte bestehende öffentliche Bad - inklusive Waschsalon - in Basel. Im Februar wurde angekündigt, dass das Bad seine Tore im Juli 2013 schliesst.

Daraufhin lancierte der Anwohner Werner Wirz mit Unterstützung der Partei Basta eine Petition zur Erhaltung des Bades. Der Bericht der Petitionskommission und ein Anzug von Martina Bernasconi (GLP) zur Weiterführung des Bades sind im Grossen Rat hängig. Die Behandlung dieser Geschäfte ist laut Basta-Grossrat Urs Müller im September vorgesehen.

Dennoch scheint das Sportamt bereits Pläne mit der Infrastruktur zu haben: «Die Waschmaschinen aus dem Bad werden anfangs August an die Sportplätze der Region verteilt», sagt Müller. Diese Information hat er vom Sportamt selbst, das im Auftrag des Erziehungsdepartments (ED) das Isteiner Bad bisher betreut hat.

Sachlage ändert sich

Müller steht dem kritisch gegenüber. «Diese Aushöhlung schafft eine neue Sachlage für eine Weiterführung.» Für eine eventuelle private Trägerschaft sei die neue Ausgangslage finanziell vielleicht nicht tragbar und aufgrund der Kosten eventuell sogar unmöglich. «Man hat das Gefühl, dass einzelne Personen in der Abteilung Jugend, Familie und Sport beim Sportamt eine Schliessung des Bads gegenüber einer Weiterführung durch Dritte vorziehen», sagt Müller.

Auf die schriftliche Anfrage der bz reagiert das ED verhalten. «Das Isteiner Bad ist noch bis Ende Juli 2013 geöffnet», schreibt Hansjörg Lüking, Bereichsleiter Jugend, Familie und Sport beim Erziehungsdepartement. Daher seien noch keine Maschinen verlegt worden. «Der Zeitplan für den Rückbau wird auf die anstehende Grundsanierung im Gebäude abgestimmt.» Die Details dazu seien noch nicht bekannt.

Deswegen hat das Erziehungsdepartment ein Gespräch mit Immobilien Basel-Stadt vereinbart, welche die Liegenschaft für die Pensionskasse Basel-Stadt verwaltet. «Da bisher noch niemand mit dem Interesse an uns herangetreten ist, das Isteiner Bad als Mieter zukünftig in Eigenregie weiter zu führen, werden wir selbstverständlich gegebenenfalls Sorge tragen, nicht mehr benötigte Apparate anderenorts wieder sinnvoll zu verwenden», schreibt Lüking. Ein Entscheid dazu sei jedoch noch nicht getroffen.