Bereits im Februar hatte Hans-Peter Wessels im Grossen Rat eine regelrechte Klatsche kassiert. Einmal mehr wollte der Basler Bau- und Verkehrsdirektor von Vorstössen zur Sicherheit auf dem Centralbahnplatz nichts wissen. In den vergangenen Jahren seien die Unübersichtlichkeit und Unfallgefahr auf dem Platz immer wieder ein Thema gewesen, wollte er das Parlament abwimmeln. Die Verwaltung habe genug anderes zu tun. Im Grossen Rat kam das ganz schlecht an. Das zeige doch genau, dass das Parlament schon viel unternommen habe, um die Situation zu verbessern. Dennoch ist nichts passiert. Prompt brummte es Wessels einstimmig den Vorstoss dennoch auf – jetzt erst recht.

Und tatsächlich: Bereits im kommenden Jahr werden auf dem Centralbahnplatz die Bagger auffahren. Erst kürzlich haben das Tiefbauamt und die BVB mitgeteilt, dass während rund einem halben Jahr sämtliche Tramgleise erneuert und die Perrons behindertengerecht gestaltet werden sollen. Kostenpunkt: 14 Millionen Franken. Allerdings: Zusätzliche Sicherheitsmassnahmen sind keine vorgesehen.

«Für Basel eher peinlich»

Das ruft die Basler CVP auf den Plan. Die angekündigten Schritte seien sicher lobenswert, würden aber nicht das Hauptproblem lösen. Die Partei fordert vielmehr, «dass endlich überfällige Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Bereich des Schienen-Wirrwarrs zwischen Haltestellen und Bahnhofsgebäude umgesetzt werden», schreibt sie in einer Mitteilung, die heute Freitag offiziell veröffentlicht wird. Mit täglich rund 100 000 Fahrgästen sei der Basler Bahnhofplatz einer der am stärksten frequentierten Verkehrsknotenpunkte. «Seine aktuelle Gestaltung ist aber suboptimal, wenn nicht gar gefährlich», finden die Christdemokraten. «Für die Kultur-Stadt Basel und Zentrum der zweitgrössten Wirtschaftsregion der Schweiz ist das eher peinlich.»

Die CVP bringt aber auch gleich konkrete Vorschläge. So fordert sie die Prüfung von Licht-Markierungen am Boden entlang der Schienen, «um die äusserst verwirrende und gefährliche Gleis-Situation vor dem Bahnhofsgebäude endlich wirksam zu entschärfen und den veränderten Gewohnheiten der ‹Generation Smartphone› adäquat Rechnung zu tragen».

Beispiele aus dem Ausland zeigten, dass dies funktioniere. Die in Basel bestehenden weissen Markierungen hätten sich hingegen als untauglich erwiesen und seien ohnehin längst verblichen.

Die CVP zeigt sich aber überzeugt, dass mit innovativen Ideen und dem nötigen Willen eine spürbare Entschärfung möglich wäre. Sie fordert deshalb, dass die angekündigten Gleisarbeiten genutzt werden, um die notwendigen Verbesserungen zu erreichen. «Wir wollen nun mal abwarten, wie das Verkehrs- und Baudepartement reagiert», sagt CVP-Fraktionschefin Elisabeth Knellwolf. «Sollte es nötig sein, werden wir den Druck aber mit zusätzlichen Vorstössen im Grossen Rat weiter erhöhen.»

Auch mehr Komfort gewünscht

Der CVP geht es aber nicht nur um mehr Sicherheit. Die Partei will auch mehr Komfort. So wünscht sie sich schon länger eine grosszügige Überdachung der Haltestellen. Nun hat die Partei gar ein Architekturbüro beauftragt, welches konkrete Ideen ausgearbeitet hat (siehe Bild). Ähnlich wie beim Bahnhofplatz in Bern würde das Dach gleich sämtliche Perrons umfassen und damit wirksamen Schutz vor Regen und Schnee bieten.

Die heutige Lösung dagegen ist für die CVP eine Zumutung. Für die Partei ist es «unverständlich, dass an der bedeutendsten Haltestelle der Stadt die Fahrgäste weitgehend ungeschützt vor der Witterung sind». Nicht alle Haltekanten seien überdacht. Und dort, wo es ein Dach hat, sei dieses zu schmal. Die Billettautomaten stünden sogar im Freien. «Wer einmal versucht hat, mit Reisegepäck und Regenschirm ein Ticket zu kaufen, weiss, wie ärgerlich das ist», kritisiert die CVP. Jetzt gelte es, die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen und die verschiedenen Problemfelder endlich anzugehen.