Containerumschlag

Schiffsführer opponieren gegen das Hafenbecken 3

Parkplatz Hafenbecken 3

Parkplatz Hafenbecken 3

Eine neue Lobbygruppe agitiert gegen die Hafenpläne. Das Westquai soll der Hafenwirtschaft erhalten bleiben.

Rund hundert Schiffsführer hat Thomas Schweizer hinter sich versammelt. Der Basler Kapitän und Schiffslotse ist schon lange ein Gegner der Ausbaupläne im Basler Hafen. Für die konkrete Frage, wie praktikabel es sein wird, das neue Hafenbecken 3 anzusteuern, hat seine neu gebildete IG Schiffsführer Basel jedoch Glaubwürdigkeit. Er sagt, das neue Becken, das hinter dem Hafenbecken 2 und hinter der Autobahn entstehen soll, könne nur im Einbahnverkehr und zusätzlich mit einer engen 90-Grad-Wendung angelaufen werden. «Das sind überaus anspruchsvolle und zeitaufwendige Manöver, zumal das Ganze auch noch rückwärts wiederholt werden muss.» Das Projekt verschlechtere die Konkurrenzfähigkeit der Schifffahrt gegenüber der Strasse erheblich.

Schweizer und seine Mitstreiter wollen als Alternative das Westquai samt Hafenbecken 1 für den Güterumschlag erhalten. Damit die Klybeckinsel dennoch für die Stadtentwicklung genutzt werden kann, hat Schweizer schon im vergangenen Jahr für die Schaffung einer neuen Containerbahn geworben. Damit soll das Westquai für den Abtransport der Container erschlossen werden.

Das Westquai mit dem Dreiländereck sowie die Klybeckinsel sollen für eine städtebauliche Entwicklung frei werden.

Das Westquai mit dem Dreiländereck sowie die Klybeckinsel sollen für eine städtebauliche Entwicklung frei werden.

Für die IG Schiffsführer werden damit die Basler Hafenpläne überflüssig. Dafür, dass der Containerumschlag ohnehin nur bescheiden wachse, kann ihm die neue Statistik der Schweizerischen Rheinhäfen Bestätigung sein. Demnach ist das Gesamtvolumen 2019 zwar leicht um 1,9 Prozent gewachsen, was jedoch vor allem auf wasserstandsbedingte Faktoren zurückzuführen sei. Der Exportverkehr, der die vollen Container zählt, verzeichnet jedoch einen Rückgang von 3,3 Prozent. Ob 2020 erfolgreich sein werde, «hängt zum einen von der Weltwirtschaftslage ab, vor allem aber auch davon, ob stabile Wasserstände das Vertrauen der Kunden in die Rheinschifffahrt stärken». 

Meistgesehen

Artboard 1