Auktion

Schillers «Ode an die Freude» für 500'000 Franken versteigert

Abguss einer Büste Schillers - ein anonymer Bieter hat eine wertvolle Handschrift des Dichters erstanden (Archiv)

Abguss einer Büste Schillers - ein anonymer Bieter hat eine wertvolle Handschrift des Dichters erstanden (Archiv)

Ein anonymer Bieter hat am Freitag beim Basler Antiquariat Moirandat die kürzlich entdeckte Handschrift von Friedrich Schillers «Ode An die Freude» ersteigert. Die Klassik Stiftung Weimar, die das Manuskript für das Goethe- und Schiller-Archiv erwerben wollte, ging damit leer aus.

Ein anonymer Bieter habe per Telefon für eine halbe Million Schweizer Franken den Zuschlag erhalten, teilte das Antiquariat Moirandat am Freitag mit. Insgesamt seien acht Gebote eingegangen.

Die Kostbarkeit war für 150'000 Franken ausgerufen worden. Es handelt sich dabei um eine bislang unbekannte Reinschrift der letzten fünf von neun Chorstrophen. Handschriften des Dichters gelten als Rarität. Schiller (1759-1805) hatte seine Aufzeichnungen, nachdem sie in den Druck gegangen waren, in der Regel vollständig vernichtet.

Die Ode mit ihren Zeilen "Freude schöner Gotterfunken" und "Seid umschlungen, Millionen" in der Handschrift des früh gestorbenen Dichters ist vermutlich 1785 entstanden. "Die Ode an die Freude" ist in der Vertonung Ludwig van Beethovens auch als Europahymne bekannt.

Das historische Papier befand sich zuvor in Privatbesitz. Die Klassik Stiftung Weimar hatte von seiner Existenz erst erfahren, als es in dem Auktionskatalog auftauchte. Um um das von Fachleuten als Jahrhundertfund bezeichnete Original mitbieten zu können, hatte die Stiftung in ganz Deutschland um Spenden gebeten.

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