Sicherheitsvorkehrungen

Schlechte Aussichten: Besucherterrasse am Euro-Airport bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen

Vor sechs Jahren landete die Antonov An-225 «Mirja» am Euro-Airport – damals war die Besucherterrasse noch geöffnet.

Vor sechs Jahren landete die Antonov An-225 «Mirja» am Euro-Airport – damals war die Besucherterrasse noch geöffnet.

Seit den Anschlägen in Paris vom November 2015 ist die Besucherterrasse auf dem Euro-Airport (EAP) geschlossen – und sie wird es wohl noch eine lange Zeit bleiben.

Mit dem Gottikind «Flugi luege», vor dem Abflug in die Ferien Aviatikluft schnuppern, sich am Fernweh laben – Besucherterrassen auf Flughäfen strahlen seit je einen ganz besonderen Reiz aus. Die entsprechende Plattform auf dem Euro-Airport (EAP) ist allerdings seit Jahren geschlossen. Auf Anweisung der Behörden: Als Reaktion auf die Anschläge in Paris im November 2015 wurden die Sicherheitsvorkehrungen an französischen Flughäfen damals massiv verschärft. Seither ist die Terrasse am EAP verriegelt. Sowohl für Passagiere, Besucher als auch Mitarbeiter des Flughafens. Und sie wird es wohl noch eine lange Zeit bleiben.

Ursprünglich war der Ausnahmezustand bis Ende Februar 2016 begrenzt. Doch bleibt Besuchern der Zutritt auch heute noch verwehrt. EAP-Sprecherin Vivienne Gaskell sagt auf Anfrage: «Zurzeit hat die Regelung Dauergültigkeit. Wir haben keinen Einfluss darauf, die Sicherheitsmassnahmen werden von den französischen Behörden festgelegt.» Eine Aussicht auf Lockerung gäbe es ihrer Ansicht nach nicht. «Es ist schon schade. Beim Restaurant war das Draussensitzen auf der Terrasse gerade im Sommer sehr beliebt.»

Unmut bei Aviatikfans

Am Flughafen Zürich zeigt sich ein anderes Bild. Hier dauerte die längste Schliessung der beiden Besucherterrassen bis dato einen halben Tag, anlässlich der Ankunft und Abreise des US-Präsidenten im Rahmen des World Economic Forums. Der Sicherheitsstandard am Flughafen Zürich sei sehr hoch, sagt Sprecher Philipp Bircher dazu: «Alle Besucher passieren vor Betreten der Zuschauerterrassen eine Sicherheitskontrolle.»

Warum kann eine solche Kontrolle nicht auch am EAP funktionieren? Dies fragt sich etwa Joel Vogt, passionierter Fotograf und Aviatikfan. Er sei früher oft auf die Terrasse und habe in den Morgenstunden tolle Bilder geschossen, dann habe man die Sonne im Rücken. Erinnert sich an «besonders gute Aufnahmen einer Boeing 747» oder auch an die Landung des bis vor kurzem grössten Flugzeugs der Welt, der Antonov 225, am EAP vor sechs Jahren: «Da war die Besucherterrasse zum Bersten voll.»

Vogt sagt, in seiner Szene stosse das Festhalten am Ausnahmezustand am EAP zunehmend auf Unverständnis – zumal an anderen französischen Flughäfen, etwa Paris-Orly, die Zuschauerterrassen wieder geöffnet seien. «Wir deponieren in regelmässigen Abständen entsprechende Anfragen beim Flughafen. Entweder bleiben diese unbeantwortet, oder aber man vertröstet uns.»

Es bleibt Flugzeugfans bis auf weiteres lediglich das Belvedere bei Blotzheim, ein Aussichtspunkt ausserhalb des Flughafengeländes im Westen gelegen. Die Aussichten für die Besucherterrasse könnten schlechter nicht sein.

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