Fahrplanwechsel
Schlechte Verbindung: Die Zugfahrt von Basel nach Milano dauert zu lange

Die SBB hängen Basel und Deutschland von der Neat ab. Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Juni dauert die Zugfahrt von Basel über den Gotthard nach Italien erheblich länger.

Peter Schenk
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Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Juni dauert die Zugfahrt von Basel über den Gotthard nach Italien erheblich länger. (Archiv)

Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Juni dauert die Zugfahrt von Basel über den Gotthard nach Italien erheblich länger. (Archiv)

Kenneth Nars

Es ist eine schlechte Nachricht für Basel und dementsprechend massiv reagiert die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Nordwestschweiz (IGöV). «SBB hängen Basel und Deutschland von der Neat ab. Die IGöV Nordwestschweiz ist entsetzt über das Fahrplankonzept der Zugsverbindungen über den Gotthard, das Basel massiv benachteiligt», heisst es in der Medienmitteilung der IGöV.

Auskunftsperson Christoph Wydler präzisiert: «Seit dem kleinen Fahrplanwechsel vom 14. Juni fahren die Züge nach Milano nicht mehr um .09 nach der vollen Stunde in Zürich ab, sondern um .32. So verlieren die IC ab Basel in Zürich und Arth Goldau den Anschluss nach Milano.» Das gleiche gelte für die deutschen Verbindungen ab Frankfurt am Main. In der Regel verlängert sich die Fahrt von Basel nach Milano gegenüber früher um rund 45 Minuten.

Ausserdem kritisiert die IGöV, dass Basel nicht wie Zürich vom besseren Takt der schnellen Züge ins Tessin profitiert. Dieser entsteht dadurch, dass die Züge, die um .09 ab Zürich ins Tessin fahren, beibehalten werden, ergänzt durch die neue Verbindung alle zwei Stunden um .32 nach Milano.

Weiter schreibt die IGöV: «Da kein Angebotsausbau der Verbindungen über den Simplon vorgesehen ist, wird Basel im Nord-Süd-Verkehr massiv benachteiligt.» Tatsächlich gibt es derzeit ab Basel pro Tag drei Züge, die ohne Umsteigen in vier Stunden über den Simplon nach Milano fahren. Laut den SBB-Planungen sind für 2017–2019 vier und ab 2020 fünf derartige Züge vorgesehen – für Wydler aber viel zu wenig.

Anschluss wieder herstellen

Die IGöV verlangt, «dass der Anschluss an alle schnellen Züge nach dem Tessin und Mailand ab Basel mit IC-Zügen hergestellt wird. Zudem sind die Verbindungen über den Simplon nach Italien baldmöglichst auszubauen.»

SBB-Mediensprecher Christian Ginsig bestätigt die Verlängerung der Reisezeiten über den Gotthard nach Milano für einen Übergangszeitraum von zweieinhalb Jahren. «Ab 2017 dauert die Reise ab Basel SBB dann wieder zirka 45 Minuten weniger lange als heute.» Erst wenn ab 2020 der Ceneri-Tunnel in Betrieb sei, dauere die Fahrt über Lötschberg und Gotthard gleich lang. «Ab diesem Zeitpunkt wird eine Zeitgleichheit von rund vier Stunden erreicht.»

Die SBB betonen, dass sich die Pünktlichkeit auf der Gotthardstrecke durch neue Fahrplangestaltung verbessert habe. Ausserdem hätten SBB und Trenitalia vereinbart, am Lötschberg zusätzliche EC-Züge Basel–Bern–Milano anzubieten; «sobald genügend Fahrzeuge zur Verfügung stehen, dies wird noch vor 2020 der Fall sein.»