Innenstadt

Schliessung aufgeschoben, aber unausweichlich: Die Basler Hauptpost ist ab 2022 keine Poststelle mehr

Die Hauptpost an der Basler Rüdengasse wird ab 2022 keine Post mehr sein.

Die Basler Hauptpost darf eine Postfiliale bleiben. Die so genannte Poststelle Basel 1 im historischen Gebäude an der Rüdengasse im Herzen der Innenstadt wird in der jetzigen Form bis 2021 noch betrieben, ein Jahr länger als vorgesehen. Danach gibt es nur noch Theken.

Klar ist: Die Basler Hauptpost wird als Postfiliale verschwinden. Zumindest darf sie aber noch bis 2021 als solche betrieben werden, ein Jahr länger als ursprünglich vorgesehen. Dies teilte das Departement von SP-Regierungsrat Christoph Brutschin am Mittwoch mit. Die Verhandlungen mit der Schweizerischen Post sind damit aus Sicht des Kantons positiv verlaufen.

Ursprünglich wollte die Post die Filiale als solche bis Ende 2020 betreiben. Dies, nachdem die Filiale bereits per Ende 2018 geschlossen werden sollte, weil sie nicht mehr rentabel zu betreiben war. Dennoch liessen sich die Post und die Eigentümerin des Gebäudes, die AXA, nach politischen Interventionen darauf ein, die Schliessung weiter hinauszuzögern.

Postagenturen statt Prunkgebäude

Der Aufschub der Schliessung brachte allerdings nicht den gewünschten Erfolg: Die Nutzungszahlen waren weiterhin rückläufig, wie es heisst.  Diese «anhaltend negative Entwicklung» sei im Vergleich zur Veränderung in der Schweiz und insbesondere zur Region Basel überdurchschnittlich hoch ist. «Die Schliessung der eigenbetriebenen Poststelle an der Rüdengasse ist damit unausweichlich», heisst es.

Ab 2022 wird das Postangebot im Gebäude aufgelöst. Für die Postversorgung sollen «eine oder zwei» Postagenturen eingerichtet werden. Das sind Filialen, die zusammen mit Partnern aufgezogen werden und eine Bedientheke anbieten. Die Postfachanlage werde verkleinert, Päckchen sollen an verschiedenen Standorten in der Innenstadt aufgegeben werden können. Die neue Postversorgung für das Basler Stadtzentrum würde die Post gemeinsam mit den Behörden der Stadt Basel und lokalen Anspruchsgruppen erarbeiten, heisst es. Dies betrifft auch die Suche nach Standorten für Filialen mit Partner oder die Prüfung neuer Partnerschaften.

Zukünftige Nutzung des Baus ist unklar

Wie es mit dem prunkvollen Bau weitergeht, ist zurzeit offen. Die Eigentümerin tätige zurzeit strategische Überlegungen, was mit dem historischen Gebäude geschehen soll. Es werde zu gegebener Zeit geprüft, ob und in welchem Teil des Hauses die Post überhaupt noch aktiv sein wird. Dabei betont die Post allerdings, dass die Filialen Basel 3 Spalen und Basel 10 Elisabethen unverändert in Betrieb bleiben. Insgesamt betreibt der gelbe Riese zurzeit 26 Filialen im ganzen Kanton Basel-Stadt.

Das historische Sandsteingebäude der Hauptpost entstand im 14. Jahrhundert, ursprünglich als Kaufhaus im Herzen der Stadt. Im Jahr 1853 wurde es zum Postgebäude umfunktioniert und entsprechend erweitert. Per Datum der Schliessung wird die Post 168 Jahre in diesem Haus verbracht haben. 

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