Der konservative Abgeordnete Hervé Mariton und der Sozialist Marc Goua beziffern die Kosten für eine Schliessung des AKW Fessenheim, auf fünf Milliarden Euro. Allein der französische Stromerzeuger und AKW-Betreiber EDF könnte demnach eine Entschädigung von vier Milliarden Euro fordern.

Angesichts der «angespannten Haushaltslage» Frankreichs solle Fessenheim daher nicht wie geplant bis Ende 2016 vom Netz genommen werden, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Umweltministerin Ségolène Royal widersprach den Abgeordneten in Bezug auf die Kosten. «Das Abschalten von Fessenheim wird keine fünf Milliarden Euro kosten», sagte die Sozialistin dem Radiosender France Inter.

Die Entscheidung werde «im allgemeinen Interesse des Landes getroffen», versicherte Royal. Sie werde sich dabei nicht von «eigenartigen Berechnungen» beeinflussen lassen.

Umweltschützer in Frankreich, Deutschland und der Schweiz fordern bereits seit Jahren die Stilllegung des AKW Fessenheim, das als besonders pannenanfällig gilt. Fessenheim ist das älteste Atomkraftwerk Frankreichs. Im Betrieb seit 1977 ist es das einzige der 19 Kraftwerke des Landes, das geschlossen werden soll.

Thema in Nationalversammlung

Über das Thema Fessenheim wird die französische Nationalversammlung demnächst bei den Beratungen über einen Gesetzentwurf zur Energiewende diskutieren.

Der Entwurf sieht vor, dass der Energieverbrauch in Frankreich bis 2050 gegenüber dem Stand 2012 um die Hälfte reduziert werden soll. Der Anteil des Atomstroms am Energieverbrauch soll bis 2025 von derzeit 75 auf 50 Prozent zurückgefahren werden.