Öffentlicher Verkehr

Schluss mit dem Gerenne aufs Tram: Basel-Stadt schafft Doppelhaltestellen ab

Die Basler Regierung hat sich entschieden, die bei Trampassagieren unbeliebten Doppelhaltestellen aufzuheben und in Einfachhaltestellen umzuwandeln. Neben baulichen Kosten bringt diese Erneuerung auch höhere Betriebskosten.

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 werden in Basel-Stadt fünf stark genutzte Doppelhaltestellen in Einfachhaltestellen umgewandelt. Von der Massnahme betroffen sind die Haltestellen Marktplatz, Barfüsserplatz, Bankverein, Heuwaage und Aeschenplatz.

Ein Praxistest habe Anfang 2019 ergeben, dass eine Umwandlung der bestehenden Doppelhaltestellen in Einfachhaltestellen zahlreiche Vorteile bringe und eine hohe Zustimmung der Fahrgäste geniesse, teilte die baselstädtische Regierung am Dienstag mit.

Die Umwandlung der Haltestellen erfolgt in Absprache mit den beiden Transportunternehmen Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) und Baselland Transport (BLT). Gemäss der Regierung sind für die Einführung der Einfachhaltestellen nur minimale, provisorische bauliche Anpassungen nötig.

Höhere Betriebskosten

So werden beim Barfüsserplatz Absenkungen realisiert, damit die Fahrgäste die Haltestelle einfacher verlassen können, und an der Heuwaage wird die schmale Insel in Fahrtrichtung Theater verbreitert. Zudem wird am Marktplatz im Rahmen der ohnehin laufenden Neubepflästerung ein Wartehäuschen in Richtung Barfüsserplatz verschoben.

Wie im Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt zu erfahren war, kosten die baulichen Massnahmen nun rund 75'000 Franken. Da jene Haltestellen erst zwischen 2022 bis 2027 im Rahmen der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes umgebaut würden und die Regierung nicht so lange warten wolle, würden sie jetzt provisorisch angepasst.

Zu den einmaligen Investitionen kommen jährliche Kosten von 80'000 Franken: Für die Aufhebung der Doppelhaltestellen muss während den Stosszeiten aus betrieblichen Gründen abends ein Tram mehr eingesetzt werden.

Dass die Umwandlung der Einfachhaltestellen per Fahrplanwechsel im Dezember 2020 erfolgt und nicht noch früher, liegt am Bau des neuen Parkhaus Kunstmuseums: Die Umsetzung sei erst möglich, wenn im St. Alban-Graben die Trams wieder in beide Richtungen fahren können, heisst es weiter.

Reisezeit verlängert sich

Der einmonatige Betriebstest hatte im Januar 2019 an drei stark frequentierten Innerstadt-Doppelhaltestellen stattgefunden (Bankverein, Barfüsser- und Marktplatz). An Doppelhaltestellen können zwei Trams hintereinander halten, was das Umsteigen mitunter hektisch und auf engen Perrons gefährlich macht.

Gemäss einer Auswertung bevorzugen drei Viertel der Fahrgäste solche Haltestellen wegen der Einfachheit, Bequemlichkeit und des sicherer Einstiegs. Die Einfachhaltestellen würden jedoch dazu führen, dass die Fahrzeit durch die Innenstadt je nach Abschnitt und Tageszeit um bis zu 50 Sekunden verlängert würden. Dies mache sich vor allem rund um den Steinenberg bemerkbar, heisst es weiter.

Regierung, BVB und BLT bewerteten den positiven Nutzen für die Fahrgäste gemäss Mitteilung jedoch höher als den Zeitverlust.

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