Elektrifizierung

Schluss mit Diesellokomotiven: Hochrheinbahn-Planungsauftrag erteilt

Schon bald soll die Hochrheinbahn elektrifiziert fahren und nicht mehr mit Diesellok. (Archivbild)

Schon bald soll die Hochrheinbahn elektrifiziert fahren und nicht mehr mit Diesellok. (Archivbild)

Das Ende der Diesellokomotiven auf der deutschen Hochrhein-Bahnstrecke zwischen Basel und Schaffhausen rückt näher. Am Montag haben Projektpartner aus Deutschland und der Schweiz die Planungsvereinbarung unterzeichnet. Baden-Württemberg wünscht eine Fertigstellung 2025 statt 2027.

Die Planungsvereinbarung wurde in Laufenburg (D) unterzeichnet vom Land Baden-Württemberg, den badischen Landkreisen Waldshut und Lörrach und dem Kanton Basel-Stadt. Die Elektrifizierung samt Ausbau des baden-württembergischen Abschnitts Basel-Erzingen soll auch der Schweiz Vorteile bringen, namentlich S-Bahn und Pendlerverkehr.

Neben dem Bau von Fahrleitungen sollen für dichtere Takte auch Bahnhöfe ausgebaut sowie Weichen und Schienen eingebaut werden. Vorgesehen war bisher, dass ab 2025 gebaut wird und ab 2028 elektrische Züge durchfahren können. Der Schweizer Abschnitt zwischen Schaffhausen und Erzingen ist schon seit 2013 fertig gebaut.

Fertigstellung vor 2027

Doch jetzt drücken die Partner aufs Tempo: «Mein Ziel ist eine Fertigstellung deutlich vor dem Jahr 2027, möglichst bereits zum Jahr 2025» lässt sich Uwe Lahl, Amtschef im baden-württembergischen Ministerium für Verkehr, in einer gemeinsamen Medienmitteilung der Projektpartner vom Montag zitieren.

Ein genauer Fahrplan für die nötigen Entscheide steht nicht. Die Deutsche Bahn (DB), respektive deren Infrastrukturabteilung hat den Auftrag, das Projekt baureif zu planen. Das Eisenbahn-Bundesamt in Berlin koordiniert die Plangenehmigung und kann seinerseits zu einer Beschleunigung beitragen; es soll die Pläne 2020 erhalten.

Kostenaufteilung

Die Kosten der vor Jahrzehnten aufgegleisten Hochrheinbahn-Elektrifizierung werden inzwischen auf insgesamt rund 290 Millionen Euro geschätzt. Der deutsche Bund soll bis 60 Prozent davon übernehmen. Der Schweizer Beitrag ist im Bahnausbauschritt Step 2035 enthalten – darin stehen 200 Millionen Franken für drei grenzüberschreitende Projekte, darunter die Hochrheinbahn.

An die Planungskosten von rund 22 Millionen trägt die EU 5 Millionen bei, Baden-Württemberg 6,7 Millionen, der Landkreis Waldshut 4,4 Millionen, der Landkreis Lörrach 3,4 Millionen und der Kanton Basel-Stadt 2,3 Millionen. Letztere Summe hatte der baselstädtische Grosse Rat am 5. Juni mittels Beitragserhöhung abgesegnet.

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