«Willkommen in der Provinz» verschaffte CVP-Präsident Balz Herter gestern auf Twitter seinem Ärger Luft.

Er war am Mittwochabend aus den Ferien aus der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik heimgekehrt. Die Erholung war allerdings schnell vergessen. «Ich habe mich schon beim Hinflug genervt», sagt Herter. Beim Einchecken habe er eine Dreiviertelstunde anstehen müssen, eine weitere halbe Stunde beim Sicherheitscheck.

In Kroatien sei das Ganze innert Minuten erledigt gewesen. Die Gepäckaufgabe erfolgte automatisiert. «Der Euro-Airport scheint da nicht sonderlich innovativ.»

Noch schlimmer kam es, als Herter nach den Ferien um 23 Uhr wieder in Basel landete. «Wir standen sicher 20 Minuten auf dem Rollfeld, bis sich jemand erbarmt hat und eine Treppe hingestellt hat.» Nach dem Aussteigen hätten sich vor dem Zoll lange Schlangen gebildet, weil gerade mal zwei Grenzbeamte im Einsatz waren. Anschliessend habe jegliche Angabe, wo man sein Gepäck abholen könne, gefehlt. «Dazu macht der Flughafen einen schmuddeligen Eindruck. Das Interieur ist in die Jahre gekommen.»

Eine Stunde auf Gepäck warten

Das Fass zum Überlaufen brachte für Herter dann der letzte Akt. Bei der Busstation hätten über hundert Leute während zwanzig Minuten warten müssen, bis ein 50er auftauchte. Entsprechend gedrängt war dann die Fahrt in die Stadt. Eine Alternative habe es aber nicht gegeben.

Sämtliche Taxistandplätze waren leer. «Ich bin früher beruflich viel geflogen», sagt Herter. «Basel-Mulhouse ist das Letzte», so sein hartes Fazit. «Kundenfreundlichkeit ist dem Euro-Airport offenbar ein Fremdwort.»

Mit seinem Wut-Tweet hat Herter offenbar einen Nerv getroffen. Mehrere Politiker teilten oder kommentierten ihn. Einer, der kürzlich ähnliche negative Erfahrungen gemacht hat, ist der frühere CVP-Fraktionschef und Aviatik-Spezialist Stephan Gassmann: Er kam vergangene Woche von Ferien aus Kanada zurück. «Wir mussten eine Stunde auf unser Gepäck warten», erinnert er sich.

Schon bei einem London-Trip vor einigen Wochen sei ihm das Gleiche passiert. «Da hat der Euro-Airport organisatorisch viel zu verbessern», sagt Gassmann. Das Problem: Der Flughafen liegt auf französischem Staatsgebiet. Auch wenn zwei Basler Regierungsräte im Verwaltungsrat sitzen, könne politischer Druck kaum etwas ausrichten, meint Herter.