St. Jakobshalle

Schmutz-Problem in der Joggelihalle: Der Boden treibt jede Putzequipe in den Wahnsinn

Sehr hübsch, aber auch sehr unpraktisch: Der neue Boden aus Feinsteinzeug-Platten im Foyer der St. Jakobshalle.

Sehr hübsch, aber auch sehr unpraktisch: Der neue Boden aus Feinsteinzeug-Platten im Foyer der St. Jakobshalle.

Das strahlend helle Foyer der St. Jakobshalle in Basel verschmutzt leicht — und treibt die Putzkosten in die Höhe. Ist dieser Boden bloss ein unnötiger Architektenfurz? Nicht ganz.

Am Dienstag wird es laut. Die deutsche Rockband «Die Toten Hosen» spielt in der St. Jakobshalle auf. Mehrere Tausend Fans der Gruppe rund um den charismatischen Frontmann Campino werden in Basel erwartet.

Am Dienstag wird es auch schmutzig. Nicht schmutziger als bei anderen Rockkonzerten, nein, aber der Dreck wird besser zu sehen sein. So chic, so luftig und modern das neue Foyer der St. Jakobshalle auch wirken mag, so unübersehbar ist der kleinste Krümel Dreck, jedes einzelne Haar auf dem hellen Boden: so gesehen während der Swiss Indoors vor rund einem Monat. Kurz nach Einlass waren die blank geputzten Feinsteinzeug-Platten übersät mit Schmutz. Mehrmals am Tag mussten die Putzmaschinen auffahren, und die Equipen sich um den Dreck kümmern. Kaum war der Boden sauber, kamen weitere Tennisfans die ausladende Treppe rauf, und die Schrubberei ging wieder von vorne los. Das Putzpersonal war kurz davor durchzudrehen, wurde gemunkelt.

Ist dieser Boden ein unnötiger Architektenfurz? Nicht ganz. Der Belag wurde nicht nur von den Architekten Degelo/Berrel Berrel Kräutler, sondern auch von Vertretern des Hochbauamts und Erziehungsdepartements Basel-Stadt sowie dem Management der St. Jakobshalle ausgewählt. «Der Belag wird nicht schneller schmutzig als andere. Bei dem Material und der Farbe ist Schmutz aber besser sichtbar», sagt Daniel Hofer, Sprecher des Basler Baudepartements. Demgegenüber stünden die Vorteile, dass der Boden edel wirke, sehr robust sei und gut sowie vergleichsweise günstig gereinigt werden könne. «Umfangreiche Tests» im Vorfeld hätten dies gezeigt.

Letztere Feststellung würde Thomas Kastl, Geschäftsführer der Joggelihalle, heute wohl nicht mehr unterschreiben wollen. Auf das dreckige Problem im Foyer der erst teilumgebauten Halle angesprochen, sagt er: «Wir sind daran, die richtige Mischung an Reinigungsmitteln und den richtigen Geräten zu finden, um den Boden rasch und nachhaltig sauber halten zu können.» Er sei guter Dinge, dass der technische Dienst bald das passende Konzept gefunden haben werde. «Wir werden von Veranstaltung zu Veranstaltung im Umgang mit dem Boden besser.»

Die Veranstalter zahlen

Bis dato musste der Boden im Foyer der St. Jakobshalle allerdings «nur» die Swiss Indoors und die Fitness Expo vor rund zehn Tagen über sich ergehen lassen. Wie die Erfahrungen aus Sicht der Veranstalter waren, liess sich nicht erörtern: Die Sprecherin der Swiss Indoors antwortete nicht auf die Anfrage dieser Zeitung, und Alexander Huser von der Fitness Expo sagte: «Die Abrechnung unseres Events hat noch nicht komplett stattgefunden.»

Nach dem «Hosen»-Konzert ist davon auszugehen, dass die Putzaktion deutlich länger dauern wird als nach ein paar Tennismatches. Das dürfte den Organisator Goodnews nicht erfreuen: Die Reinigungskosten werden jeweils vom Veranstalter übernommen. Kastl bestätigt, dass diese mit dem neuen Boden deutlich höher sind: «Die Fläche des Foyers hat sich im Vergleich zu früher ja auch beachtlich vergrössert, um rund 3000 Quadratmeter.» Er könne deshalb nicht sagen, wie gross der Anteil der Putzkosten sei, die dem neuen Boden zu verschulden seien.

Die Eventsaison in der Joggelihalle dauert noch bis April kommenden Jahres. In dieser Zeit werden laut Baudepartement-Sprecher Daniel Hofer hinsichtlich Betrieb, Pflege und Reinigung Erfahrungen gesammelt. «Falls nach Auswertung dieser Erfahrungen Bedarf besteht, werden Anpassungen gemacht. Ein Ersatz des Bodens stellt aktuell keine Option dar.»

Meistgesehen

Artboard 1