Bundesrat Johann Schneider-Ammann gilt nicht unbedingt als Dynamiker. Und ein grosser Redner ist er auch nicht. Deshalb dürfte es ihm entgegengekommen sein, dass die Eröffnung der 101. Muba nicht dem üblichen Schema mit ausgedehntem Rundgang und endlosen Reden folgte. Vielmehr haben die Macher um Messeleiter Daniel Nussbaumer den Festakt dynamisiert.

Nach dem obligaten Durchschneiden des roten Bandes ging es schnurstracks in die Ausstellung. In rund 50 Minuten wurde ein Parcours mit sechs Zwischenstopps absolviert. Die Handelskammer mit ihrer Ausstellung «Tun Basel» wurde beehrt, ebenso die Uni, der Schwerpunkt Mobilität und Energie und natürlich Bricklive, die grosse Legoshow für kleine und grosse Kinder. Der Bundesrat immer vorneweg.

Und statt Reden gab es im Rundhof eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Schweiz. Diese wurde zwar nicht geregelt, doch Schneider-Ammann, Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann, Uni-Rektorin Andrea Schenker und Rapper Stress gaben ihr Bestes. Sofern sie Moderator Reto Brennwald reden liess.

Insbesondere Stress konnte punkten: «Kinder sollen ihre Eltern bei deren Entscheidungen beeinflussen.» Gemeint hat er damit den sorgsamen Umgang mit den endlichen Ressourcen. Ackermann nannte die 2000-Watt-Gesellschaft «ein Muss». Schenker will mit der Uni die wissenschaftlichen Grundlagen liefern.

Und Schneider-Ammann strebt Vollbeschäftigung an. Dem Wirtschaftsminister war anzumerken, dass er die Energiestrategie 2050, über die am 21. Mai abgestimmt wird, eher aus Respekt vor dem Kollegialitätsprinzip, denn aus Überzeugung unterstützt. Doch wie sagte Stress, wenn auch in anderem Zusammenhang? «Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten.»