Massenkündigung

Schock für Mitarbeiter: Pharmakonzern Teva schliesst eine Niederlassung in Basel

Durch Zukäufe rasant gewachsen, jetzt aber folgen Kündigungen: Der israelische Konzern Pharmakonzern Teva schliesst eine Niederlassung in Basel.

Durch Zukäufe rasant gewachsen, jetzt aber folgen Kündigungen: Der israelische Konzern Pharmakonzern Teva schliesst eine Niederlassung in Basel.

Der Standort der Teva Pharmaceuticals International GmbH in Basel soll geschlossen werden – zwanzig Mitarbeiter sind vom Abbau betroffen. Zum Konzern gehört auch die Schweizer Generikafirma Mepha.

Das Pharmaunternehmen Teva Pharmaceuticals International GmbH (TPIG) schliesst seinen Standort in Basel. Betroffen von der Schliessung sind zwanzig Personen, die in den Büros an der Elisabethenstrasse arbeiten. Auf Anfrage bestätigte das Unternehmen am Donnerstag entsprechende Informationen der bz. Die Gesellschaft ist ein Tochterunternehmen von Teva Europe, die wiederum der israelischen Teva-Gruppe angehört. Sie konzentriert sich auf das Angebot von weltweit vertriebenen Spezialmedikamenten sowie Generika für die europäischen und US-amerikanischen Märkte.

In Basel besser bekannt ist die Teva-Gruppe als Eignerin der Generikafirma Mepha, die von Teva 2011 übernommen wurde. Die mittlerweile 70-jährige Firma hat ihren Sitz nur wenige Meter neben den Büros der TPIG an der Kirschgartenstrasse. Die Mepha ist von der Schliessung allerdings nicht betroffen. Wie ein Sprecher betonte, werde die Massnahme keine Auswirkungen auf die Schweizer Betriebsgesellschaften Mepha Pharma und Teva Pharma haben.

Zentralisierung in Jona nach herben Verlusten

Die Schliessung inklusive Kündigungen hat vor allem finanziellen Hintergrund. Neu wolle das Teva-Mutterhaus die beiden in der Schweiz eingerichteten TPIG-Standorte in die Zentrale in Rapperswil-Jona eingliedern. Ein Konsultationsverfahren wurde eingeleitet. Die Basler Niederlassung soll per Mitte 2020 geschlossen werden.

Einem Teil der Belegschaft soll die Möglichkeit geboten werden, eine neue Stelle in Jona anzutreten – «oder an einem anderen Teva-Standort ausserhalb der Schweiz». Das dürfte für die meisten Arbeitsverhältnisse das definitive Aus bedeuten.

Der Fall des Generika-Riesen aus Israel

Der israelische Pharma-Konzern Teva, dem die Schweizer Niederlassungen gehören, litt zuletzt unter massiven Einbussen auf dem Generikamarkt in den USA. 2017 machte das Unternehmen einen Umsatz von 22,4 Milliarden Dollar – doch der Preiszerfall sorgte für einen Nettoverlust von 16,4 Milliarden Dollar. Das ist einer der höchsten Verluste in der Pharmageschichte. Seither stehen bei Teva zunehmend Restrukturierungen statt Ausbaupläne an.

Das Basler Departement für Wirtschaft und Soziales (WSU) kommentiert einzelne Schliessungen nicht, wie es auf Anfrage heisst. Aus der Antwort geht allerdings hervor, dass die Pläne der Teva kaum stellvertretend für die Branche stehen. So sagt WSU-Generalsekretärin Brigitte Meyer: «Generell darf für den Life Sciences-Standort Basel gesagt werden, dass dieser gute Karten hat.» Belege für die Standortattraktivität seien zurzeit die Investitionen von Roche sowie Firmenzuzüge aus dem Ausland.

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