Herbstmesse

Schoggi-Peters serviert süsse Versuchungen auf dem Petersplatz

Leidenschaft für Schokolade: «Schoggi-Peter» Meier vor seinem Stand.

Leidenschaft für Schokolade: «Schoggi-Peter» Meier vor seinem Stand.

Peter Meier freut sich riesig. Nach 15 Jahren und zig Gesuchen darf er seine heisse Schoggi zum ersten Mal an der Herbstmesse verkaufen.

Auf dem Petersplatz zwischen Kinderkarussell, Gemüseraffeln, dem Duft von Gewürzen und Räucherstäbchen finden die Besucher dieses Jahr auch das kleine Häuschen vom «Schoggi-Peter». Er hat es geschafft. Nach 15 Jahren ist der Marathon-Läufer am Ziel. Peter Meier durfte zum ersten Mal einen Stand an der Herbstmesse eröffnen und verkauft als «Schoggi-Peter» auf dem Petersplatz heisse Schokolade.

Bisher wurden alle Gesuche des Baslers abgelehnt. Stände, die nur Getränke führen, seien nicht erwünscht, hiess es. Eigentlich hatte er fast schon aufgegeben, sich damit abgefunden, wie bisher nur während der Fasnacht und am Weihnachtsmarkt heisse Schokolade zu verkaufen. Freunde und Stammkunden ermutigten ihn aber, es doch noch einmal zu versuchen. Und es klappte.

Die Weihnachtsdekoration, die Sterne, Tannenzweige und Lichter, mussten weichen. Herbstblätter zieren das Schild und die Getränkekarte. Auch die Fassade seines Häuschens präsentiert sich herbstlich: «Alles Handarbeit», sagt Meier und zeigt auf die Malereien. Münster, Rhein und Wettsteinbrücke hat er mit viel Liebe zum Detail auf die Holzplatten gepinselt. Er ist gerade rechtzeitig auf die Herbstmesse fertig geworden.

Rezeptur bleibt geheim

Peter Meier ist Marktfahrer aus Leidenschaft. Anfragen aus dem Ausland und anderen Schweizer Städten habe er stets abgelehnt. Er will seine heisse Schoggi hier in Basel verkaufen. Umso glücklicher ist er, dass er dieses Jahr an der Herbstmesse dabei sein darf. Seine Kundschaft freut sich mit ihm. In regelmässigen Abständen bleiben Alt und Jung beim Stand stehen. Einige kennen den «Schoggi-Peter», bleiben auf einen Schwatz, andere möchten einfach seine heisse Schoggi probieren. Alle fragt Meier nach den Vorlieben: «Einige mögen es süsser als andere. Jeder soll genau das bekommen, was ihm am besten schmeckt.» Sein Rezept verrät er nicht. Es ist streng geheim. Niemand soll ihn kopieren können.

Die Karte kommt etwas anders daher als in der Weihnachtszeit: Anstatt mit Zimt oder Lebkuchengewürz verfeinert er die heisse Schoggi auf Wunsch mit Cassis oder Vanille. Auch Klassiker mit Rum, Amaretto und Grand Marnier fehlen nicht. Neu können die Gäste an seinem Stand auch hausgemachten Marroni-Kuchen oder Belle Hélène kaufen. «Das passt doch wunderbar zum Herbst und zur Schokolade.» Trotzdem wollen die Gäste an diesem Nachmittag nur eines: heisse Schoggi. Auf der Theke rühren die beiden Maschinen pausenlos die braune Flüssigkeit, halten sie warm und geschmeidig. Beim «Schoggi-Peter» erinnert nichts an die heisse Schokolade aus den Skiferien, wo man Schoko-Pulver aus dem Sachet mit Milch verrührt. Seine Schoggi ist dickflüssiger, aromatischer, fühlt sich an, als ob man ein Stückchen Schokolade langsam auf der Zunge zergehen lässt.

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