Am 17. Mai startete das Projekt Pick-e-Bike. Die Baselland Transport AG (BLT), die Elektra Birseck Münchenstein (EBM) und die Basler Kantonalbank (BKB) verteilten insgesamt rund 250 Elektrovelos auf den Strassen in Basel und der Agglomeration. Die Idee: Die Zweiräder können spontan per Smartphone-App freigeschaltet und benutzt werden. Pro Minute kostet die Fahrt 25 Rappen. Am Ziel angekommen, wird das Velo abgestellt und steht dann wieder für den nächsten Benutzer zur Verfügung.

Zwei Monate nach dem Start kann man festhalten: Die Pick-e-Bikes gehören schon fast zum Stadtbild. Vor allem im Grossbasel und entlang des Rheins sieht man die weissen Velos mit dem markanten Design regelmässig. Die Zahlen bestätigen den subjektiven Eindruck: 5400 Benutzer haben sich bereits für Pick-e-Bike registriert. Pro Woche sind zwischen 800 und 1000 Personen mit einem der Velos unterwegs. «Das ist die Grössenordnung, mit der wir gerechnet haben», sagt CEO Stephan Brode. Auffallend sei, dass am Morgen viele Elektrovelos aus der Agglomeration in Richtung Stadt unterwegs sind und abends wieder in die andere Richtung. Sprich: Pendler, die auf das Elektrovelo umgesattelt haben.

Aufwendiger Unterhalt

Pro Woche würden zwischen 2300 und 3500 Fahrten auf den 35 Stundenkilometer schnellen Elektrovelos gezählt. Angaben zum Umsatz will Brode noch keine machen, da viele Benutzer noch ihre Gratisminuten abfahren, die man zu Beginn erhält. Geht man davon aus, dass eine durchschnittliche Fahrt zehn Minuten dauert, kommt man auf einen Monatsumsatz zwischen 5000 und 8000 Franken, also gut den Anschaffungspreis für eines der teuren Bikes. «Für die ersten zwei Monate sind die Zahlen gut, aber langfristig brauchen wir doppelt so viele Fahrten», sagt Brode.

Denn der Unterhalt der 250 Elektrovelos ist aufwendig. Ein Team der Jobfactory ist dafür verantwortlich, die leeren Akkus auszutauschen. Gleichzeitig wird vor Ort jeweils ein kleiner Service an den Pick-e-Bikes durchgeführt. Rund zehn Velos sind auch immer in der Werkstatt. Dazu kommen weitere Kosten, etwa wegen Vandalismus: «Wir hatten in den ersten Wochen ein grosses Problem mit einer Jugendbande, die systematisch unsere Velos zerstört und grossen Schaden angerichtet hat», sagt Brode. Über 20 Elektrovelos seien so kaputt gegangen. Zwei weitere wurden kürzlich in den Rhein geworfen. Ausserdem sei eine erhebliche Anzahl der Helme abhandengekommen, welche im Velokorb bereit liegen. «Das gehört leider dazu», sagt Brode.

Bestärkt durch die guten Zahlen wollen die Verantwortlichen das Projekt weiter ausbauen: Bereits wurden beim Berner Hersteller myStromer AG 50 weitere Velos bestellt. In den nächsten Wochen wird das Angebot zusätzlich noch um 60 Elektroscooter erweitert.

Weitere Kooperationen angedacht

Auch die Erweiterung des Rayons ist geplant: Aktuell können die Velos nur in Basel, im Leimental und im Birstal benutzt werden. Als Nächstes sollen Allschwil und Riehen dazu kommen. «In einem zweiten Schritt wäre eine Erweiterung bis Liestal denkbar», so Brode. Gleichzeitig sollen einzelne kleine Zonen rausgenommen werden. Denn immer wieder wurden Velos im Niemandsland deponiert, wo sie dann umplatziert werden mussten. Ein weiteres, kleines Problem: Zwischendurch gehen Pick-e-Bikes verloren. Etwa weil sie in einer Tiefgarage parkiert werden und so kein GPS-Signal mehr senden können. Diese werden dann aber wieder gefunden. Einen Diebstahlversuch habe es aber bisher erst einmal gegeben, sagt Brode.
Parallel zum Ausbau streckt Brode die Fühler aus für weitere Kooperationen: «Wir würden das Angebot zusammen mit der Stadt und anderen Verkehrsträgern gerne weiter ausbauen», sagt er. Als mögliche Partner sieht er etwa die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) oder die Carsharing-Unternehmen Mobility und deren Tochter Catch-a-Car.