Mein Leben im Dreiland

Schon beginnt erneut das Zittern

Mitfiebern mit dem SC Freiburg

Mitfiebern mit dem SC Freiburg

Als Fussballfan im Dreiland gehen die Emotionen auf und ab: Jubeln mit dem FC Basel, Zittern mit dem SC Freiburg, Kämpfen mit Racing Strasbourg.

Es ist hoffentlich übertrieben: Ich mache mir schon wieder Sorgen, dass mein deutscher Lieblingsverein SC Freiburg sich nach seinem Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga dort nicht halten kann. Beim Abstieg vor zwei Jahren hatte sich das Pech gehäuft. Entscheidend war der letzte Spieltag: Sozusagen in letzter Minute musste der SC nach einer 1:2-Niederlage in Hannover den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten.

Dort war dem Verein dann das Glück wieder hold, aber nach dem Aufstieg geht es schon wieder los: In der 5. Minute der Nachspielzeit fing sich der Club beim Spiel in Berlin gegen Hertha BSC eine 1:2-Niederlage ein. Die Nachspielzeit verlief übrigens hoch dramatisch. In der 3. Minute der Nachspielzeit hatte der SC die 1:0-Führung der Berliner ausgeglichen, um zwei Minuten später dann doch noch zu verlieren.

Am 10. September folgt das erste Heimspiel. Mit Borussia Mönchengladbach kommt ein starker Gegner in die Breisgaustadt. Im Frühjahr sind die Borussen immerhin Vierter der 1. Bundesliga geworden. Dass der SC in der Regel gegen den Abstieg spielt, ist Allgemeingut. Ich hoffe nur, dass es nicht gleich im zweiten Spiel in den Tabellenkeller geht. Bis das neue Stadion mit erheblich mehr Sitzplätzen für mehr Einnahmen sorgen wird, vergehen noch einige Jahre. Damit würden sich die sportliche Potenz und die Möglichkeiten, auf dem Transfermarkt aktiv zu werden beziehungsweise gute Spieler zu halten, erheblich verbessern. Die Rede ist von einer Fertigstellung 2019. Vor dem letzten Abstieg 2015 hatte sich der Verein immerhin sechs Jahre in der 1. Bundesliga gehalten. Wenn er das wieder schaffen sollte, reicht das dicke für das neue Stadion.

Zum Glück muss ich mir um meinen zweiten Lieblingsklub, den FC Basel, keine Sorgen machen. Jedes Spiel mindestens drei Tore, 18 Punkte aus sechs Spielen und schon jetzt sechs Punkte Vorsprung auf den Zweiten Luzern. Ich finde das einfach super, und dass die Meisterschaft deshalb vielleicht etwas langweilig wird, stört mich nicht die Bohne. Spannung wird es in den Champions-League-Spielen des FCB genügend geben.

Schaue ich ins Elsass, gibt es dort gute Nachrichten aus Strassburg. Racing Strasbourg hat sich nach einem Konkurs aus der 5. Liga (!) unermüdlich wieder emporgekämpft und spielt jetzt in der 2. Liga. Die heisst jetzt neu für die nächsten vier Jahre «Dominos’s Ligue», benannt nach einem französischen Pizzalieferdienst. Nach fünf Spieltagen liegt Racing nach einen 1:1 gegen Ajaccio auf Korsika von letztem Freitag auf Rang 3. Letztes Jahr hätte das noch für den Aufstieg in die höchste und 1. französische Liga gereicht, neu aber steigen nur die ersten beiden Klubs auf und die letzten beiden ab. Aber wer weiss, vielleicht haben wir ja nächstes Jahr drei erstklassige Klubs im Dreiland. Ein kleines Turnier im Joggeli zwischen FCB, Freiburg und Strasbourg wäre doch super.

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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