Die Halbwertszeit von guten Vorsätzen ist gemeinhin gering und in den ersten Februarwochen wird wieder munter geraucht, Süsses gespachtelt und die Reihen im Fitnessstudio lichten sich. Das ist auch okay. Es geht ja um meine Lunge, meinen Bauch und meinen schrumpfenden Trizeps.

Bei Politikern sollten gute Vorsätze deutlich länger anhalten. Und da hat der Grosse Rat in Basel in den letzten beiden Tagen massiv geschwächelt. Gleich reihenweise wurden Vorstösse gutgeheissen, die den Sparbemühungen der Regierung zuwiderlaufen.

Eben jenen Sparbemühungen, die die bürgerliche Ratsmehrheit zuerst ultimativ eingefordert und bis vor Monatsfrist auch noch erfolgreich gegen linke Attacken verteidigt hatte. Dass die Linke den Sparbemühungen sehr kritisch bis total ablehnend gegenüberstehen, ist hinreichend bekannt. Dass sie damit ihrer eigenen Regierungsmehrheit, die sie gemäss gestriger Ankündigung noch weiter ausbauen wollen, in den Rücken fallen, bleibe für einmal dahingestellt.

Man kann ihnen also schlecht einen Strick daraus drehen, dass sie nun eine Sparvorlage nach der anderen bekämpft haben respektive nun mit Budgetpostulaten und anderen Vorstössen die Ausgaben wieder in den Staatshaushalt bringen wollen.

Wirklich ärgerlich ist aber, dass die Mitte nun ständig umkippt, oder dank mangelhafter Sitzungsdisziplin kläglich scheitert. Den Auftakt machte das Antikenmuseum respektive dessen Skulpturenhalle. Leonhard Burckhardt, seines Zeichens Professor für alte Geschichte, Vertreter des Daigs und des Bildungsbürgertums konnte – trotz seiner Milieu-atypischen sozialdemokratischen Parteizugehörigkeit – die LDP nahezu komplett auf seine Seite ziehen.

Nicht nur der ehemalige staatliche Kulturchef Michael Koechlin zückte da unter Absingen von Lobeshymnen auf die Skulpturenhalle blitzschnell das Portemonnaie des Steuerzahlers und gab die 200 000 Franken gerne aus. Seine Parteikollegen folgten ihm begeistert, wie die Mänaden dem Dionysos. Und auch die CVP schloss sich dem spendierfreudigen Umzug an.

Ähnlich ging es zu, als Heidi Mück (GB) sich um Kinder sorgte, die nicht mehr ins Sommerlager fahren können, wenn der Staat kein Materiallager an Wanderschuhen, Windjacken und Ähnlichem unterhält. Wandern ist wichtig, befanden die meisten CVPler und Thomas Müry von der LDP. Und bewilligten auch diese gut 200 000 Franken.

Nun ist nichts einzuwenden gegen antike Skulpturen, ganz im Gegenteil. Doch brauchen sie wirklich dauerhaft eine eigene Ausstellungshalle? Wandern ist gesund und es soll sogar Leute geben, denen es Spass macht. Ob es nun all die sozialen, integrativen, sportlichen und kulturellen Effekte hat, die ihm die Ratslinke zuschreibt, ist eine andere Frage. Mal abgesehen davon, dass man mit der Hälfte der nun gesprochenen Summe jedem der 500 Schüler, die sich im letzten Jahr staatseigene Wanderschuhe geliehen haben, auch gleich ein eigenes Paar hätte schenken können.

Wichtiger ist jedoch, eines ganz klar festzuhalten: Die Mitte-Rechts-Parteien haben sich bereits wieder still und leise von ihrem eben noch so strengen Sparkurs verabschiedet.