Als Mitglieder der orthodox-jüdischen Bewegung Chabad Lubawitsch am Samstagmorgen in ihrer Synagoge beten wollten, machten sie eine erschreckende Entdeckung. Ein Fenster des jüdischen Gotteshauses war über Nacht demoliert worden. Über den Vorfall informierte Rabbiner Zalmen Wishedski von Chabad Lubawitsch in einer Mitteilung vom Samstagabend. 

Das Fenster habe ausgesehen, als sei es mit einem starken Hammer bearbeitet worden. Es hielt dem Angriff aber Stand. Wishedski gibt sich in der Mitteilung sehr besorgt und geht von einem antisemitischen Anschlag aus. Auch, weil im Rest der Strasse keine Fenster zu Schaden kamen.

Er könne nicht glauben, dass so etwas im Jahr 2018 in Basel passiere. «Was passiert als nächstes?», schreibt er. Auf Nachfrage der bz sagt er, dass ihn der Vorfall beschäftige: «Ich lebe seit 16 Jahren in Basel. Es ist das erste Mal, dass ich um mich und meine Familie Angst habe». Bei der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ging bis zum Sonntag noch keine Anzeige zu diesem Vorfall ein, wie Sprecher René Gsell sagt.

Der Vorfall an der Ahornstrasse ist nicht der erste Vandalenakt gegen Institutionen der jüdischen Gemeinde Basels. Erst vor wenigen Wochen sorgte eine Serie von Anschlägen auf die koschere Metzgerei für Aufsehen. Der mutmassliche Täter konnte inzwischen festgenommen werden.

Chanukka-Feier als Solidaritätsbeweis

Trotzdem werden die Gemeinde nächste Woche wie schon die letzten 15 Jahre ein öffentliches Chanukka-Fest auf dem Marktplatz organisieren: «Wir werden die Chanukka-Feier auf dem Marktplatz trotzdem durchführen. Die Angreifer wollen uns einschüchtern aber das gelingt ihnen nicht».

Am Fest wird die Geschichte des Chanukka-Fests erzählt, Musik gespielt und auch gratis Berliner verteilt. Wishedski wünscht sich viele Besucher und Besucherinnen am Fest: «Wer am Dienstag mit uns auf dem Marktplatz feiert, zeigt Solidarität mit der jüdischen Gemeinde und hilft uns im Gefühl der Unsicherheit». Der Anlass beginnt um 18.30 Uhr.