Die Digitalanzeige auf der Waschmaschine leuchtet hellgrün. «Wau Wau», steht dort, «herzlich willkommen». In der Hundewaschanlage «Shampoo Dogs» im St. Johann-Quartier kommt der Hund sogar bei der Begrüssung an erster Stelle. Seit gut einem Monat können hier Hundebesitzer- und Besitzerinnen vorbeikommen und ihr Tier waschen. Das Angebot ist ein Novum in Basel, die erste Hundewaschanlage überhaupt. «Wir möchten einen Beitrag leisten, dass sich niemand mehr über stinkende Hunde nerven muss», erklärt Daniel Zartmann, der das Unternehmen mit seiner Partnerin Sabrina Uehlinger führt.

Der gelernte Sanitär kennt die Tücken der Hundewäsche: Wollte er seinen Golden Retriever Diago waschen, so musste er in Kauf nehmen, dass dieser sein Badezimmer flutete. Im Bernbiet entdeckten Zartmann und Uehlinger eine Hundewaschanlage und waren fasziniert. Und überzeugt: Das braucht es auch in Basel.

Maschinen reinigen sich selbst

An diesem Mittwochnachmittag ist der kleine Raum am St. Johanns-Ring allerdings leer. Bloss ein bis zwei Leute schauen pro Tag vorbei, meist erst gegen Abend. Dennoch bleibt Zartmann optimistisch. «Das ist mehr, als ich erwartet hatte.» Er ist sich sicher, dass der Betrieb irgendwann rentieren wird. Das Meiste erledigt sich hier selbst: Jede Nacht desinfizieren sich die Maschinen automatisch. 365 Tage im Jahr haben Passanten die Möglichkeit, ihre Tiere zu waschen. Von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr nachts. Nicht immer vor Ort sind die zwei Betreiber: Ab und zu schauen sie vorbei, reinigen den Boden und den steinernen Trinkbrunnen, den Zartmann eigens für die Hunde eingebaut hat. «Wir wollten eine angenehme Atmosphäre schaffen», erklärt er. «Nicht wie an anderen Orten, wo einfach ein hässlicher Trinknapf steht.»

Münz und Geduld sind nötig

Wer sein Tier hier waschen möchte, braucht viel Münz und noch mehr Geduld. Nicht alle Hunde sind so brav wie Zartmanns Diago, der auf Befehl in die grosse Wanne steigt und auf seine Dusche wartet. Diese hat er nötig: Der Regen der letzten Tage lässt sein Fell unangenehm riechen. Zartmann bindet den Hund an, wirft einige Franken in die Maschine und massiert Shampoo und Pflegespülung ein. Immer wieder wirft er Geld nach, die Zeit läuft.

Ganz zum Schluss wird der Hund geföhnt. Es ist der heikelste Teil der Prozedur: Die meisten Tiere fürchten das Geräusch, auch wenn es sich um einen besonders leisen Trockner handelt. Doch der bald zehnjährige Diago zeigt sich von seiner besten Seite, sträubt sich kaum. Einmal von der Leine gelassen, schüttelt er sich die restlichen Tropfen aus dem Fell und wälzt sich genüsslich am Boden.

Grosses Tier, hoher Preis

Gerade für Besitzer von grossen Hunden sei die Waschanlage hilfreich, so Zartmann. Im Gegensatz zur herkömmlichen Badewanne befinde sich das Tier hier auf einer angenehmen Höhe. Auch eine Deutsche Dogge - einer der grössten Hunde überhaupt - sei hier schon gewaschen worden. Doch es gilt zu beachten: je grösser das Tier, desto länger und teurer der Waschgang. 20 bis 25 Franken kostet die Dusche in der Regel. «Das ist immer noch halb so teuer wie im Hundesalon», betont der Betreiber.

Bis jetzt haben Zartmann und Uehlinger ausschliesslich positive Rückmeldungen erhalten. Gut möglich, dass sie eine Marktlücke entdeckt haben. Die vielen Hündeler, die vor dem riesigen Schaufenster durchlaufen, schauen jedenfalls schon ganz interessiert ins Innere des Waschsalons. Und Zartmann? Der ist zufrieden, denkt bereits an die Zukunft: «Wenn jeder Hundehalter der Stadt Basel einmal pro Jahr vorbeikommen würde - das wäre schön!»