Migration

Schulpflicht für alle: Nun wird am Basler Bundesasylzentrum unterrichtet.

Das Basler Bundesasylzentrum Bässlergut bietet nun auch Schulunterricht an.

Das Basler Bundesasylzentrum Bässlergut bietet nun auch Schulunterricht an.

Im Bundesasylzentrum (BAZ) Basel-Stadt besuchen seit Mitte August erstmals 54 Kinder von Asylsuchenden die Schule. Wegen der kurzen Aufenthaltszeit im BAZ und der damit verbundenen hohen Fluktuation in der Schule muss der Unterricht flexibel gestaltet sein. Dafür zuständig sind die Kantone.

Erstmals besuchen asylsuchende Kinder im Basler Bundesasylzentrum (BAZ) die Schule. 54 Schüler profitieren in Basel von der schweizweiten Anpassung. Sie werden nicht mehr nur unsystematisch im Rahmen des Beschäftigungsprogramms betreut, sondern gezielt schulisch gefördert.

Das neue Gesetz trat am 1. März in Kraft und sieht eine Schulpflicht für alle Kinder vor: «Jedes Kind in der Schweiz soll vom Bildungssystem profitieren», sagt Bildungsdirektor Conradin Cramer am Mittwoch vor der Presse. Rund 430 Kinder im Alter zwischen vier und 17 Jahren besuchen die BAZ-Schulen. Die Kantone werden vom Bund mit einem Beitrag von insgesamt bis zu 2 Millionen Franken unterstützt. In Basel läuft das Beschulungsprogramm seit Mitte August. Für eine «aussagekräftige Bilanz» sei es zwar noch zu früh, es falle aber auf, dass «die Kinder motiviert sind und sich auf den Unterricht freuen», wie Esther Maurer, Vizedirektorin des Staatssekretariats für Migration, sagt.

Ein Blick ins Klassenzimmer bestätigt diesen Eindruck: Die Kinder scheinen sich wohlzufühlen; sie lachen, machen begeistert mit der Lehrerin mit, die zur Auflockerung zwischen den Schreibübungen einen Gesang mit Tanz anstimmt. «Das Vertrauen der Kinder wächst sehr schnell», so Lehrerin Jäggi. Zu Beginn sei der Umgang noch nicht so unbeschwert gewesen: «Die Kinder sind manchmal im wahrsten Sinne des Wortes verloren. Sie brauchen Sicherheit und Wohlfühlumgebung», sagt Jäggi. Feedback sei extrem wichtig: Nicht nur Lob gehöre dazu, sondern auch klare Zurechtweisungen bei Übertretungen. Als Lehrperson müsse man unglaublich präsent sein.

Nach Alter in drei «Zyklen» (also Klassen) eingeteilt, werden die Kinder wie auch an Regelschulen auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. Wie Maurer betont, sei es ein «erster Schritt der Integration». Die klassisch-schulische Bildung sei dabei gar nicht vorrangig, sondern das Erlernen sozialer Kompetenzen und Umfangsformen: «vom Grüezi- und Dankesagen bis zum Durchhaltevermögen», so Maurer. Eine besondere Herausforderung sei die hohe Fluktuation: Aufgrund der unterschiedlichen Aufenthaltsdauer im BAZ schwanke die Anzahl Schüler von Tag zu Tag.

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