Prozess

Schuss ins Gesicht: Angeklagter kann sich an nichts erinnern

Im Tatort-Lokal an der Feldbergstrasse ist heute ein neues Geschäft untergebracht.

Im Tatort-Lokal an der Feldbergstrasse ist heute ein neues Geschäft untergebracht.

Seit heute Morgen steht ein 24-jähriger Angolaner vor dem Basler Strafgericht. Er soll im November 2011 in einem Tattoo- und Piercingstudio an der Feldbergstrasse einer damals 16-jährigen Frau ins Gesicht geschossen haben.

Es war an einem Sonntag vor rund zehn Monaten: Ein 24-jähriger Angolaner verbrachte den Abend zusammen mit sechs weiteren Personen in einem Tattoo- und Piercing-Studio an der Feldbergstrasse in Basel. Dort soll er einer damals 16-jährigen Frau mit einer Pistole ins Gesicht geschossen haben.

Das spätere Opfer gehörte zusammen mit einer Kollegin zur Gruppe, die sich im Lokal traf. Gegen 22.30 Uhr wurden Polizei und Sanität zum Lokal gerufen. Diese fanden das Opfer in einem Hinterraum stark blutend auf. Beim Eintreffen der Polizei befanden sich neben dem Opfer eine 18-jährige Frau und ein 26-jähriger Mann im Tattoo- und Piercing-Studio. Sie wurden beide sofort festgenommen.

In den Befragungen sagten sie aus, dass sich zum Tatzeitpunkt noch vier weitere Personen, unter anderem der Angeklagte, am Tatort befunden hätten. Diese seien aber nach der Schussabgabe geflüchtet. Am Tag darauf waren der in der Region wohnhafte Tatverdächtige und zwei der nach dem Schuss geflohenen Männer festgenommen worden.

Mehrere Anklagepunkte

Neben dem Schuss ist der Angolaner zusätzlich wegen eines Vorfalls vom November 2010 angeklagt. Damals soll er aus Eifersucht einen jungen Mann gefesselt, bedroht und durch Knebelung gar in Lebensgefahr gebracht haben.

Dem Tatverdächtigen wird versuchter Mord, versuchte Gefährdung des Lebens, mehrfache Drohung, mehrfache versuchte Nötigung und Freiheitsberaubung sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz und mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes vorgeworfen.

Prozess dauert drei bis vier Tage

Beim heutigen Prozessauftakt gab sich der Angeklagte betont höflich und seriös, blieb aber während der Aufnahme zusätzlichen Beweismaterials ohne grössere Regungen. «Ich hatte ein Flash und kann mich nicht daran erinnern», lautete seine häufigste Antwort auf die Fragen des Gerichts.

Der Prozess ist auf drei bis vier Tage veranschlagt. Morgen beginnt die Hauptverhandlung mit den Plädoyers der verschiedenen Parteien.

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