Adventszeit

Schutzengel der Weihnachtsbeleuchtung – Die Freie Strasse wird wieder hell

Der Detailhändler Coop spricht jedes Jahr grosszügige Beiträge an die Lichterbögen in der Freien Strasse.

Der Detailhändler Coop spricht jedes Jahr grosszügige Beiträge an die Lichterbögen in der Freien Strasse.

Viele Geschäfte sprechen namhafte Beiträge an die beliebten Lichterbögen. Der Groll gegenüber den Nicht-Zahlenden wächst.

Der Verein Weihnachtsbeleuchtung Freie Strasse steckt in Geldnöten. Vergangene Woche berichtete die bz, dass die Finanzierung der Lichterbögen dieses Jahr zwar gerettet ist, dass im 2020 von den benötigten 80'000 Franken allerdings wieder 16'000 fehlen. Der Grund: Der Verein zählt immer weniger Mitglieder, die einen Beitrag an die Beleuchtung zahlen. Zudem machen internationale Ketten – etwa Apple, Inditex (Zara) und Tally Weijl – nicht mit. Und der Kanton Basel-Stadt zahlt via den Verein Basler Weihnacht mit jährlich 10'000 Franken einen verhältnismässig kleinen Beitrag.

Welches aber sind die Geschäfte, die jedes Jahr einen grosszügigen Beitrag spenden und somit dafür sorgen, dass die Freie Strasse, der Marktplatz, die Rüden- und die Eisengasse in der Advents- und Weihnachtszeit im schönsten Licht der Leuchtbögen erstrahlt? Wie Recherchen ergeben haben, gehört Coop mit dem Warenhaus Pfauen im oberen Teil der Freien Strasse zu den grosszügigsten Mitgliedern, und dies bereits seit 15 Jahren. Sprecherin Andrea Bergmann sagt: «Eine festliche Beleuchtung gehört zur Weihnachtszeit dazu und sorgt für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Dazu leisten wir gerne einen Beitrag.» Wie viel Coop konkret spendet, will sie nicht offenlegen. Auch nicht, ob der Detailhändler dazu bereit wäre, mehr zu spenden, falls es hart auf hart kommen würde.

Ein weiteres Beispiel für ein nationales Unternehmen, das sich für den Erhalt der Beleuchtung engagiert, ist die Telekomfirma UPC Cablecom, die jüngst an der Freien Strasse – im Gebäude der Hauptpost – eine Filiale eröffnet hat. «Die sind proaktiv auf uns zugekommen, was ich doppelt schön finde. Normalerweise müssen wir neue Geschäfte anschreiben und sie um einen Beitrag bitten», sagt Spinnler dazu. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärt, der UPC-Shopleiter von Basel sei in der Stadt gut verankert und habe deshalb über den Verein und dessen Sorgen Bescheid gewusst. Und sie gibt offen zu: «Die Freien Strasse sollte möglichst belebt sein, da dies auch zu einer Steigerung des Bekanntheitsgrades von UPC führen kann.» UPC spende eine «kleinere Summe» an die Lichterbögen, man wolle den Verein jedoch längerfristig unterstützen und nicht nur einmalig. Zu den weiteren Gönnern gehören auch internationale Player, etwa die Kleiderkette H&M oder die Parfümerie Douglas.

Sämtliche Nutzniesser sollten verpflichtet werden

Dazu, dass Apple, Zara und Tally Weijl keine Beiträge sprechen, wollen sich weder Coop noch UPC äussern. Adrian Samuel vom Fotohaus Wolf an der Freien Strasse 4 findet derweil deutliche Worte. Es sei «frech», dass sich diese Unternehmen nicht beteiligen. «Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Kanton sowie sämtliche Nutzniesser in einer angemessenen Form verpflichtet sein sollten, ihren Beitrag zu leisten.» Die Gewinne halten sich bei ihm in Grenzen, trotzdem hat auch Samuel gespendet: «Die Weihnachtsbeleuchtung hat doch eine alte Tradition, das passt zu uns. Auch als Fotomotiv gibt sie einiges her, für uns ist das immer toll, wenn wir einem Kunden die Kameras vorführen.»

Kommende Woche gehen die Lichter übrigens wieder an, am Donnerstag, 28. November. Dann wird Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann die Basler Weihnacht auf dem Münsterplatz offiziell eröffnen.

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