Vor gut einem Jahr hat Ludwig Heuss als Inhaber die Verlagsgruppe Schwabe übernommen. Nun hat er die 120-köpfige Belegschaft über einen radikalen Einschnitt informiert: Rund vierzig Mitarbeiter verlieren in den kommenden Monaten ihre Stelle.

Heuss begründet den Stellenabbau auf Anfrage mit einem massiven Margendruck im Verlags- und Druckbereich. Dieser habe sich durch den starken Franken weiter verschärft. Im Druckbereich müssten die Kapazitäten nach unten angepasst werden. Auch im Verlagsbereich käme es zu einem Abbau, indem die verschiedenen Verlagsmarken, zu denen auch NZZ Libri und Zytglogge gehören, näher zusammengeführt werden. Die Massnahmen seien notwendig, um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, sagt Heuss.

Der Verleger erklärt, er wolle den Abbau «so sozialverträglich wie möglich» gestalten. Es ständen zuerst Konsultationen mit den Mitarbeitern an. Ein Sozialplan bestehe noch keiner, es sei auch nicht entschieden, wen es betreffen werde. Für die Weiterführung des Unternehmens sei es wichtig, dass die «wesentlichen Personen» gehalten werden können. Bei der Qualität der Verlagsarbeit soll es jedenfalls zu keinen Abstrichen kommen, sagt Heuss.

Heuss ist als Quereinsteiger Medienunternehmer geworden. Aufgewachsen und wohnhaft in Basel ist er hauptamtlich Chefarzt im Spital Zollikerberg. Als Herausgeber der Ärztezeitung stand er in Kontakt mit dem vormaligen Besitzer Ruedi Bienz und griff zu, als dieser sich um eine Nachfolgeregelung bemühte. Offiziell firmiert die Gruppe seit einiger Zeit unter dem Namen Petri-Holding. Der Verlagssitz ist in Basel. Die Produktion unter der Marke «Die Medienmacher» ist in Muttenz.

Heuss war sich bewusst, in ein schwieriges Geschäft einzusteigen. Er sagte dieser Zeitung nach dem Kauf, es gehe vorerst um das Erhalten, «um die Fortführung einer europäischen Geistestradition». Ihn interessiere, wie sich Tradition transformieren lasse. Deshalb soll die Gruppe nicht nur verlegerisch auftreten, sondern auch in der Medienproduktion aktiv bleiben. Dass das Geschäft so hart wird, hat er sich wohl nicht gedacht.