MCH Group AG

Schwächelnde Messen, mehr Konferenzen? Basler Regierung soll Messe bei Umbau unterstützen statt Hallen zu kaufen

Die Messehallen sollen angepasst werden, um tauglicher für Konferenzen zu werden.

Die Messehallen sollen angepasst werden, um tauglicher für Konferenzen zu werden.

Einen Tag vor der ausserordentlichen Generalversammlung der MCH Group AG kommt ein weiterer Vorstoss aus dem bürgerlichen Politlager in Basel. CVP-Grossrat Balz Herter will die weniger ausgelasteten Messehallen umbauen lassen, um Platz für Konferenzen zu schaffen.

Basel-Stadt verzeichnete 2019 monatlich einen Übernachtungsrekord nach dem anderen in der Hotellerie. Einer der Hauptgründe dafür sind die Kongresse, die zunehmend am Rheinknie stattfinden. Das reicht von Medizinkongressen bis zu internationalen Treffen humanitärer Organisationen.

Just jetzt, wo die MCH Group AG nicht nur schwächelt, sondern sich auch vor einer ausserordentlichen Generalversammlung am Mittwoch verantworten muss, folgen weitere politische Vorstösse. Nachdem am Montag bereits SVP-Grossrat Joël Thüring einen kritischen Fragebogen zu Strategie und Hallennutzung der MCH Group an die Regierung eingereicht hat, fordert jetzt CVP-Grossrat Balz Herter mehr Kongresse in den Hallen des gebeutelten Messeveranstalters.

Hallen noch auf herkömmliche Verkaufsmessen ausgelegt

Konkret will Herter, dass die Regierung prüfe und berichte, in welcher Form der Kanton die MCH Group unterstützen könne, die Kongress-Förderung voranzutreiben. Das wäre eine Alternative zum zurzeit geprüften Verkauf von Messehallen, bei der die Hallen nicht durch den Kanton übernommen werden müssten.

Die aktuellen Messegebäude, so Herter, seien in die Jahre gekommen. Dies führt nicht nur zu anstehenden Sanierungen, sondern hat auch infrastrukturelle Auswirkungen. Die Hallen seien nämlich für die einfache Präsentation von Gütern an Ständen gebaut worden, «was den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt», wie Herter schreibt.

Trotz serbelnder Messen floriert Basler Hotellerie

Es dürfte seines Erachtens also möglich sein, das Standbein der Kongresse deutlich auszubauen, was eine konventionelle Messenutzung allerdings nicht ausschliesse. «Das bedingt erhebliche Investitionen in die Infrastruktur», urteilt Herter aber auch. Sinnvoll sei dann zudem, dass die verbleibenden Hallen im Eigentum sowie in der Hoheit der MCH Group bleiben.

Dass sich Basel zur Kongressstadt entwickelt, ist auch auf die Bemühungen von Basel Tourismus zurückzuführen. Deren Direktor Daniel Egloff betonte an der Jahresmedienkonferenz seiner Organisation, dass die Kongresse zu einem wesentlichen Treiber der hiesigen Touristik-Branche geworden sind.

Auch 2020 sei wieder mit einer Vielzahl an Veranstaltungen dieser Art zu rechnen, sagte Egloff. Davon wird auch die Hotellerie in der Stadt profitieren: Denn diese blüht zurzeit trotz des serbelnden Geschäfts mit Grossmessen wie der Baselworld. Allein in der Innenstadt werden 2020 mehrere neue Hotels im gehobenen Segment eröffnet.

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