Em Bebbi sy Jazz
Schweissperlen vermischen sich mit Jazz-Juwelen

In der Innenstadt reihten sich bis tief in die Nacht zahlreiche Wurst- und Bierstände auf der Musikmeile. Die 28. Ausgabe des Basler Jazzfestes ist eröffnet. Der erste Abend zog Tausende Jazzer an.

Regina Erb und Juri Junkov (Fotos)
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«Em Bebbi sy Jazz»: Basel jazzt
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Manchen war es zu laut.
Crazi Men aus Möhlin verbreiten regionalen Groove.
Big-Band-Stadtmusik Basel füllt den Marktplatz.
Dichtes Gedränge am Heuberg.
Rotarier als Wurstverkäufer.

«Em Bebbi sy Jazz»: Basel jazzt

Vor dem Restaurant «Zum Braunen Mutz» schmort im Grill ein Spanferkel. Die Leute stimmen sich mit dem feinen Essen, inklusive Bier vom Fass, auf die unzähligen Bands und Grossformationen ein. «It’s so hard to you» gibt eine Solosängerin zusammen mit der Stadtmusik-Big Band auf dem Marktplatz zum Besten. Es werden an den langen Tischen Köstlichkeiten serviert, die Tranksame benötigt ständigen Nachschub, denn die schwüle Witterung erfordert einen regelmässigen Fluss an Mineralwasser und Cola. Kein Zweifel: Es ist wieder Em-Bebbi-sy-Jazz-Zeit.

Die Street-Parade und viel Volk

Während Seppe-Toni an seinem Stand grilliert, marschiert die Mittwuchs-Band-Formation durch die Gerbergasse, gefolgt von den United Old Stars, angeführt von einer echt amerikanisch ausstaffierten Grand Old Lady mit dem Sternenbanner. Aus Mümliswil im Solothurnischen Gäu haben auch in diesem Jahr wieder die Mumal Dixie Stompers das Defilée in der Freien Strasse bereichert.

Ein klassisches Quartett mit polnischen Studenten stimmt nach dem Durchmarsch eine Hymne auf «very good Switzerland» an. Und schon geht gemässigten Schrittes «Restlessegs», eine grossartige Bluesband, durch die Zuschauerreihen, während die Dinierenden vor den Restaurants ebenfalls kräftig applaudieren.

Lust auf Blues und Dixie

Bei den ersten Klängen der Formation «Dixie Brothers», mit dem auf hohem Niveau spielenden Klarinettisten Pascal Perrig, lassen sich die Jazzfreunde aller Altersstufen von den Rhyschnoogge und deren Alten Garde Rhyserva die Leckereien munden. Es rinnt der Schweiss von der Stirn bei Aktiven und Passiven.

«Just Jazz» in der Schnabelgasse spielt unaufhörlich Oldies und moderne Weisen. Den Vogel, oder besser gesagt den Spitzensound, schiesst jedoch die Filet-of-Soul-Band ab. Das gefällt Bebbi und Bebba und den Zugereisten. Die meisten Formationen haben bis um 3 Uhr in der Früh musiziert und die Leute bei guter Laune gehalten.

«The Golden Years» auf dem Rümelinsplatz mit «Way down in N’Orleans» lassen die Flanierenden aufhorchen, während an Jonaschs Süssigkeitenstand das berühmte Magenbrot ein Renner oder vielmehr das Dessert des Abends ist. Von 32 öffentlichen Plätzen und vor den Beizen steigt der Jazz-Sound in den klaren Himmel und beschallt Basel. Kurzum: Die 27.Auflage von «Em Bebbi sy Jazz» ist wieder vollauf gelungen.