Ungewöhnlich: Statt Geschichten aus den Bergen erzählt «Schweiz aktuell» diese Woche täglich aus dem Jugendzentrum (Jugi) Dreirosen. Von den ländlichen Regionen mitten ins Dreiländereck - für Georg Häsler-Sansano vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) ein wichtiger Schritt.

«Wir wollen bewusst einen Kontrapunkt zur gewohnten Berichterstattung setzen», sagt der Produzent des Schwerpunktes «Wir unter der Dreirosenbrücke». So wird die Stimmung aus dem Jugendzentrum, wo verschiedenste Nationen aufeinandertreffen, via Bildschirm in die Schweizer Stuben getragen. Einzelne Jugendliche werden zudem ausserhalb des Zentrums gefilmt und zeigen den Zuschauern Ausschnitte ihres Alltags.

«Das Dreiländereck ist ein Brennpunkt der urbanen Schweiz», sagt Häsler. Das fordert die Macher der Schwerpunktsendung zusätzlich: «Die Themen, über welche wir berichten, stehen in einem politisch sehr aufgeladenen Kontext», erklärt Häsler. Er möchte nichts beschönigen, die Situation im Kleinbasel aber auch nicht dramatisieren.

Häslers Rezept, um die Berichterstattung neutral zu halten, ist die Vielfalt. «Es ist die wichtigste Aufgabe, ausgeglichen und facettenreich über das Jugi und das Kleinbasel zu berichten.»
Kampagne oder Wirklichkeit

Dieses Ziel wurde gemäss Grossrätin Sarah Wyss verfehlt: «Die am Dienstagabend ausgestrahlte Folge vermittelte den Eindruck, als ob man im Kleinbasel jederzeit überfallen würde.» Sie verstehe den Grund nicht, warum das Schweizer Fernsehen schon fast eine Kampagne fahre. Wyss hat sich nun vorgenommen, den Tag der offenen Tür, welcher heute Abend im Jugi Dreirosen stattfindet, und über welchen live berichtet wird, zu besuchen.

Vor Ort wird dann auch der Co-Leiter des Jugendzentrums Roger Widmer sein. Den Eindruck einer dramatisierten Darstellung teilt er nicht: «Die Berichterstattung empfinde ich nicht als übertrieben.» Für den soziokulturelle Animator zeichnet die Sendung ein ziemlich gutes Abbild der Lebenswelt.

Melancholische Klaviermusik oder Aufnahmen eines Polizeiautos, welches um die Ecke huscht, verzerren für die einen die Darstellung. Für die andern entspricht dies der Realität.

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