Der deutsch-schweizerische Gemeinschaftszoll im Norden von Basel ist mit 35 Hektar die grösste Zollanlage der Schweiz und die grösste Landzollanlage Deutschlands. Letztes Jahr passierten über 1400 Camions täglich die Anlage in Richtung Schweiz und rund 1900 in Richtung Deutschland. Gedacht war die 1980 eröffnete Anlage indes nur für 600 Lastwagen pro Tag und Richtung.

Seit Jahren stauten sich daher vor dem Zoll auf der Autobahn die Sattelschlepper, was gefährliche Situationen zur Folge haben konnte. Verkehrstechnische Massnahmen waren ausgereizt. Nun wurde aber in der Anlage der Camion-Durchlauf Nord-Süd deutlich beschleunigt, wie Vertreter des deutschen und Schweizer Zolls vor den Medien sagten.

"Wie beim McDonalds"

So wurde der Schwerverkehr, der Waren verzollen muss, baulich vom schnelleren Transit- und Leerverkehr getrennt. Der Schnellverkehr erhielt dabei separate Abfertigungsspuren mit sogenannten "Transito"-Hochkabinen: In diesen sind Zöllner auf gleicher Höhe wie die Chauffeure, die so zur Abfertigung nicht mehr auszusteigen brauchen.

Das Prinzip sei dasselbe "wie beim Drive-in von McDonalds, aber hier kriegen Sie Zollpapiere", sagte der Basler Zollkreisdirektor Heinz Engi. Mit den in der Schweiz entwickelten Hochkabinen habe man schon seit 2006 am Grenzübergang Rheinfelden ausgezeichnete Erfahrungen gemacht, sagte zudem Ekkehard Schmidl von der deutschen Bundesfinanzdirektion Südwest.

Auf der Anlage betreut zudem Servicepersonal die Verkehrslenkung. Beim Transit- und Leerverkehr wird so die Abfertigungszeit um über die Hälfte verkürzt. Nichts ändert sich derweil für Warenverzoller. Doch Verzollungen könnten heute statt an der Grenze auch beim Empfänger oder an Zollanlagen im Inland gemacht werden, sagten die Zollleute.

32-Millionen-Anlage

Staus auf der deutschen A5 zum Zoll sind indes weiterhin möglich, da in der Schweiz für den Schwerverkehr ein Nachtfahrverbot von 22 bis 5 Uhr und ein Sonntagsfahrverbot gilt. Laut Engi können solche Staus jetzt aber am Morgen innert zwei Stunden abgebaut werden.

In Fahrtrichtung Deutschland ist die Neugestaltung der Anlage erst im Herbst fertig. Die Staulage in der Süd-Nord-Richtung sei aber weniger dramatisch, da dort neben der Autobahn A2 Abstellplätze für bis zu 120 Lastwagen bestehen.

Gekostet hat der Umbau bisher rund 9,5 Millionen Euro, die Deutschland und die Schweiz je hälftig tragen. Bis zum Abschluss im Herbst wird mit gegen 26 Millionen Euro (etwa 32 Millionen Franken) gerechnet. Der Umbau während der letzten zwei Jahre stand unter deutscher Federführung und erfolgte bei Vollbetrieb der Anlage.

Gross-Zollanlage

Auf der Zollanlage Basel/Weil am Rhein arbeiten - einschliesslich des Reiseverkehrs - rund 140 Schweizer Zollmitarbeiter und 145 deutsche Zollbeamte. Nach Angaben der beiden Zollverwaltungen nimmt der deutsche Zoll allein an dieser Zollstelle jährlich knapp eine Milliarde Euro ein; der Schweizer Zoll erwirtschaftet jährlich rund 620 Millionen Franken.