Wer in den letzten Tagen auf dem neuen Rheinuferweg unterhalb der Novartis spazierte, kam ins Grübeln. Die Einwurfschlitze respektive Köpfe der schicken Unterflurabfallcontainer waren mit orangen Plastiksäcken sorgsam überdeckt und damit unbrauchbar gemacht. Für eine Kunstinstallation wirkte der Eingriff zu banal, für eine Aktion von Umweltschützern fehlte ein Bekennerschreiben. Oder waren die sorgsam gestylten Röhren etwa schon defekt? Ein Anruf bei der Basler Stadtreinigung verschafft Klarheit.

Zu schwer fürs Rheinbord?

Seit der Inbetriebnahme im letzten Winter habe das System und die Leerung mittels spezieller Saugmülllwagen problemlos funktioniert, berichtet der Leiter der Basler Stadtreinigung Dominik Egli. Bis kürzlich aufmerksame Polizisten oder ihr weibliches Pendant auf den Leer-Vorgang der Stadtreinigung aufmerksam wurden.

Das dafür benötigte Spezial-Gefährt wiegt sicher mehr als die auf der Zufahrt maximal zulässigen 3,5 Tonnen, vermuteten die Ordnungshüter. Und sie lagen damit richtig, der Müllabsauger ist dreimal so schwer, wie er gemäss Verkehrsschild sein dürfte. Schnurstracks untersagte die Verkehrspolizei der Stadtreinigung deshalb das Leeren der Container durch den 11,5 Tonnen schweren Lastwagen.

Als Sofortmassnahme hat die Stadtreinigung darauf die Abfallschlucker vorübergehend ausser Betrieb gesetzt und die Leerung der Container ausgesetzt. Damit sich dort der Müll nicht stapelt und munter vor sich hinfault, wurden die Container mit eingangs geschilderten Plastiksäcken abgedichtet.

Das Schild ist schuld

Der Fehler habe aber nicht etwa bei Stadtreinigung gelegen. Man habe nicht einen zu schweren Lastwagen erworben oder gar den Standort der Unterflurcontainer falsch gewählt. Sondern die Allmendverwaltung habe einen Fehler gemacht, als sie die falschen Schilder aufgestellt habe, erläutert Egli. Der Rheinweg sei durchaus auch für wesentlich schwerere Fahrzeuge geeignet, das hätten Abklärungen rasch ergeben.

Bevor aber die Mitarbeiter der Stadtreinigung wieder zu «ihren» Unterflurcontainern dürfen und diese somit auch wieder von der Bevölkerung genutzt werden können, muss das Schild respektive die Tonnagen-Aufschrift ersetzt werden. Denn für die Polizei ist nicht ausschlaggebend, wie viel Gewicht der Weg tragen kann, sondern was auf dem Schild steht.