Corona

Schwierige Situation an Schulen: Cramer äussert sich in Basel, Gschwind schweigt beharrlich

Geschlossene Schulen: Schweizweit stehen Schulzimmer wegen Corona-Präventionsmassnahmen leer.

Geschlossene Schulen: Schweizweit stehen Schulzimmer wegen Corona-Präventionsmassnahmen leer.

Lediglich rund 200 Schülerinnen und Schüler tauchten am Montag in den Basler Schulhäuser auf – fast ausnahmslos gut begründet.

Geschlossen ist eben doch nicht ganz geschlossen. Zwar hat der Bundesrat landesweit den Schulunterricht bis zum 4. April ausgesetzt, und gestern wurde die Frist verlängert, mit der Verhängung der nationalen Notlage bis 19. April. Doch Eltern sollte es immer noch möglich sein, ihre Kinder in Obhut der Schule zu geben – gerade Eltern, die im Gesundheitswesen tätig sind und bei der Bewältigung der Corona-Krise unabdingbar sind.

Gestern Montag, am ersten Tag der unterrichtsfreien Zeit, machten in Basel-Stadt von diesem Angebot aber nur wenige Eltern Gebrauch. Rund 200 Schülerinnen und Schüler seien am Vormittag bei ihrer Schule aufgetaucht, sagt der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer zur bz. Zum Vergleich: Zu Beginn des laufenden Schuljahres 2019/20 zählte der Stadtkanton knapp 30'000 Schüler.

Weitgehend Kinder von in Gesundheitsberufen Tätigen

Zum grossen Teil habe es sich um Kinder von Eltern gehandelt, die etwa in Spitälern, bei der Spitex oder in Alters- und Pflegeheimen tätig sind. «So war es auch tatsächlich vorgesehen und von uns gewollt: Die Schule sollte da sein für Eltern, die zwingend arbeiten müssen, also gerade für jene, die in Gesundheitsberufen oder auch bei Blaulicht-Organisationen tätig sind, Personal, auf das wir alle derzeit besonders stark angewiesen sind.» Befristet sei das Betreuungsangebot nicht. Man gehe jedoch davon aus, dass viele Betroffene nach einigen Tagen doch noch Orte finden, wo ihre Kinder unterkommen können. Auch dürfen sich laut Verordnung des Bundesrats maximal 50 Personen gleichzeitig an einem Ort aufhalten.

Laut Cramer ist es «höchstens vereinzelt» vorgekommen, dass Erziehungsberechtigte nichts vom Unterrichtsausfall gewusst hätten. Das Erziehungsdepartement habe zwar die Eltern nicht selber informiert. Doch hätten Lehrerinnen und Lehrer die Information sichergestellt, etwa Eltern angerufen, welche kein Deutsch beherrschen.

Abschlussklassen sollen Prüfungen ablegen könnten

Die Lehrerinnen und Lehrer waren trotz der besonderen Lage dazu aufgerufen, sich morgens bei den Schulen einzufinden. Wie bei den Eltern gelten Ausnahmen für Mitarbeitende, die keine anderweitige Betreuung für eigene Kinder organisieren konnten. Per Beginn des Schuljahres zählte der Stadtkanton 3760 Lehrerinnen und Lehrer.

Wichtig ist laut Cramer zu betonen, dass die Betreuung keinen Unterricht umfasst. Das wäre eine Ungleichbehandlung gegenüber jenen Kindern, die zu Hause bleiben. Die Lehrkräfte seien dabei, den Schulstoff so aufzuarbeiten, dass ihn sich die Schülerinnen und Schüler zu Hause im Selbststudium aneignen können.

Gerade für Schülerinnen und Schüler in Abschlussklassen ist die Situation höchst unbefriedigend. Setzt der Unterricht zu lange aus, können sie ihre Prüfungen nicht ablegen. Cramer versichert, man lege ein besonderes Augenmerk auf dieses Problem. «Es kann nicht sein, dass diese jungen Leute wegen der aktuellen Situation nun einfach ein Schuljahr verlieren. Wir setzten alles daran, dass die Prüfungen in Abschlussklassen stattfinden können.» Über die Modalitäten könne er jedoch noch keine Auskunft erteilen.

Meistgesehen

Artboard 1