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Scientology plant in Basel eine riesige Kirche

Die Scientology-Sekte will in Basel eine ihrer neuen Kirchen aufbauen. Zwei Scientologen haben im Frühling eine viertausend Quadratmeter grosse Parzelle in Grenznähe gekauft, wie die Zeitung „Der Sonntag" berichtet.

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Keystone

Dazu gehört ein Bürogebäude an der Burfgfelderstrasse 211, ein Bürogebäude mit Verbindungsbau an der Kaysersbergstrasse 3 sowie eine Werkstatt, eine Tankstelle, ein Wohnhaus und eine Transformatorenstation.

Entscheid Ende November

Eine der neuen Besitzer-Firmen ist die in Basel domizilierte Burgfelder Immobilien AG, deren Verwaltungsratspräsident Patrick Schnidrig ist auch Präsident der Scientology-Kirche Basel. Der andere Eigentümer, die Zürcher Estoniola AG, gehört dem Scientologen Heinrich Renggli. Schnidrig bestätigt telefonisch, dass die Idee bestand, auf diesem Grundstück eine Scientology-Kirche einzurichten.

Schriftlich gibt er später an, dass Scientology bis Ende November entscheiden werde, wo der Standort der neuen Ideal-Org-Kirche in Basel sein soll. Er betont, dass die Kirche nicht an der Burgfelderstrasse 211 entstehen soll, wo der Baukonzern Implenia eingemietet ist. Die Implenia bleibe dort Mieterin. Zur Liegenschaft an der Kaysersbergstrasse 3, die im Moment leer steht, könne er keine Angaben machen. Diese gehöre Heinrich Renggli. Renggli äussert sich zur geplanten Scientology-Kirche auf diesem Areal nur schriftlich. Er lässt ausrichten, dass man sich in einer Planungsphase befinde. Sektenexperten glauben, dass Scientology mit den Ideal-Org-Bauten wieder Präsenz markieren wolle.

Religionswissenschafter und Sektenexperte Georg Schmid ist der Ansicht, dass die neuen Kirchenbauten ein Ausdruck der Verzweiflung seien. «Die Mitgliederzahlen bei Scientology gehen seit 1990 kontinuierlich zurück», sagt er. Schmid schätzt die Zahl der aktiven Scientology-Mitglieder in der Schweiz auf rund tausend. Der Standort Basel scheint auch ideal, um neue Mitglieder im grenznahen Ausland anzuwerben.