Perfekte Symbiose
Seit Jahren ist die UBS Hauptsponsor der Art Basel – das ist kein Zufall

Die Art Basel, die nächste Woche stattfindet, wird seit Jahren von der UBS als Lead-Partner finanziell unterstützt – das hat Gründe.

Beat Schmid
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Die UBS und die Art Basel rücken mit den Jahren immer näher zusammen.

Die UBS und die Art Basel rücken mit den Jahren immer näher zusammen.

Roland Schmid

Ist es nur ein Zufall, dass die Art Basel ausgerechnet im grössten Offshore-Finanzplatz der Welt zur wichtigsten und grössten Kunstmesse dieses Planeten aufsteigen konnte? Ist es ein weiterer Zufall, dass die Art Basel zwei Ablegerveranstaltungen in Miami und Hongkong gründete – den beiden wichtigsten Offshore-Finanzplätzen in Amerika und in Asien? Und kann es ferner Zufall sein, dass die Grossbank UBS, die sich selbst als Bank der Superreichen sieht, seit Jahren Hauptsponsor der Art Basel ist – und zwar an allen (Offshore-) Standorten?

Wahrscheinlich nicht. Seit Jahrhunderten gehören Kunst und Kommerz zusammen wie Yin und Yang. In ganz besonderem Masse trifft das auf die Art Basel zu, wo nächste Woche ein schwerreiches Kunstsammler-Publikum durch die Hallen schlendert und an Apéros Kunstwerke beäugt, die in die Millionen gehen können.

Zur Erklärung: Ein Offshore-Finanzzentrum verwaltet Gelder von Anlegern aus dem Ausland. Die Schweiz stieg dank des Bankgeheimnisses zur absoluten Nummer eins auf bei der Verwaltung grenzüberschreitender Gelder. Auch heute noch liegt das Land mit Verwalteten Vermögen im Umfang von 1840 Milliarden Franken immer noch auf Platz eins. Gefolgt von Grossbritannien, den USA und Hongkong.

Daher liegt es eigentlich auf der Hand, dass die UBS, die wie keine zweite Bank auf die Vermögensverwaltung spezialisiert ist, seit Jahren die Art Basel als Lead-Partner finanziell unterstützt. Wie viel sie dafür springen lässt, will die Bank nicht sagen. Es dürfte auch gar nicht so einfach sein, die richtigen Zahlen herauszufiltern, da die UBS und die Art Basel mit den Jahren immer näher zusammenrückten.

So gibt die UBS zusammen mit der Messe die Studie «UBS Global Art Market» heraus. Gemäss der jüngsten Ausgabe belief sich der Umsatz des Kunstmarkts 2017 auf rund 63,7 Milliarden Dollar weltweit, was einem Anstieg von 12 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Laut der Studie findet das grösste Wachstum bei Kunstauktionen statt (um 27% auf 28,5 Mrd. Dollar). Die Händler dagegen, die an der Art ausstellen, konnten ihre Umsätze nur um 4 Prozent auf 33,7 Milliarden steigern. Derzeit halten die Händler 53 Prozent am globalen Kunstmarkt – Tendenz sinkend.

Davidoff senkt Engagement

Die Art Basel, als Ausstellungsplattform für Händler und Galeristen, ist also gefordert. Bei ihrem Kampf um Einfluss im globalen Kunsthandel dürfte sie wohl weiterhin auf die Unterstützung der UBS zählen können. Paul Donovan, Chefökonom im Bereich Global Wealth Management der UBS, sagt: «Wir teilen die Sammelleidenschaft vieler unserer Kunden, weshalb wir auch exklusive Kunstserviceleistungen anbieten. Die Zusammenarbeit (...) mit der Art Basel passt hervorragend zu unserer fortdauernden Analyse der Märkte und Konjunkturdaten für unsere Kunden.»

Für andere Sponsoren ist die Beteiligung nicht mehr zwingend. Der Edelzigarren-Hersteller Davidoff reduzierte das Sponsoring bei der Art Basel deutlich und ist nach Jahren als Associate Partner, der zweithöchsten Sponsoring-Kategorie, nur noch als Official Partner und Tabaklieferant aktiv.

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