Vor zehn Jahren, am 12. August 2006, fand der erste Matthäusmarkt im Kleinbasel statt. «Damals waren wir bereits um 11 Uhr komplett ausverkauft», erzählt Hannes Rau, Co-Präsident des Vereins Matthäusmarkt und Mitinitiant des Projekts. «Mittlerweile ist aus der Idee eine kleine Tradition geworden.» Mehr als 500 Wochenmärkte und 40 Saisonmärkte habe der Verein in den vergangenen zehn Jahren veranstaltet.

In seiner Rede zum zehnten Geburtstag des beliebten Matthäusmarkts schwärmt Rau: «Der Zusammenhalt ist spürbar. Jeden Samstag suchen die Produzenten aus der Region hier auf dem Matthäusplatz den Kontakt mit den Konsumenten.»

Ihn beeindrucke die Selbstverständlichkeit, wie aus dem leeren Platz jeden Samstag ein belebter Marktplatz werde. Bauern verkaufen ihr frisches Gemüse, Früchte und Blumen, geben den Kindern eine Tomate oder Karotte zum Knabbern. Auf den Standtischen werden Konfitüren aller Art sowie Brote und Weggli präsentiert. Daneben kann man verschiedene Fruchtjoghurts, Käse und Fleischprodukte kaufen.

Markt als Treffpunkt

Die Marktbesucher treffen sich am Samstagmorgen hier auf einen Schwatz mit anderen Kleinbaslern und den Marktfahrern. Und die Produzenten fachsimpeln über die Kunden und die Standtische hinweg. Hannes Rau schätzt diese offene Stimmung: «Dieser Markt macht die Stadt zum Dorf.» Er verbinde die Einwohner des Quartiers und habe einen grossen Treffpunktcharakter.

Thomas Kessler, der Leiter der Basler Kantons- und Stadtentwicklung, unterstützte den Matthäusmarkt von Beginn weg: «Die Idee ist auch nach zehn Jahren noch immer topaktuell: Es geht um einen authentischen Markt, die Nähe zu den Produzenten und regionalen Produkten.» Er sei deshalb zuversichtlich, dass der Verein auch den 20. und 30. Geburtstag ihres Marktes werde feiern können.

Karussell für die Kinder

Für die Zukunft hat Co-Präsident Rau keine grossen Wünsche: «Unsere grösste Herausforderung besteht darin, uns selbst und unserer ursprünglichen Idee treu zu bleiben.» Wachstum sei zweitrangig. Wichtig sei, dass der Matthäusmarkt ein Quartiermarkt bleibe.

Während sich die Erwachsenen um den Wochenendeinkauf am Gemüse- oder Brotstand kümmern, vergnügen sich die Kinder mit dem Karussell: Ein Kleinbasler habe heute Morgen spontan angeboten, das selbst konstruierte Karussell als Attraktion für die Kinder hinzustellen. So drehen die Kleinen nun unermüdlich Runde für Runde. Und die Eltern können sich ungestört dem Einkaufen widmen.

Vor dem Ape-Café-Mobil bildet sich schnell eine lange Schlange, die sich bis zur Mittagsstunde nicht auflöst: Kaffee, Cappuccino und frischgepresster Orangensaft sind gefragt, ebenso die frischen Weggli. Von den Tischen des Cafés beobachten die Eltern ihre herumrennenden Kinder, tauschen sich die Quartierbewohner mit ihren Nachbarn und Bekannten aus und treffen sich Junge zum morgendlichen Kaffee.

Gegenüber verteilt der Verein Matthäusmarkt das Geburtstagsgeschenk an alle Vereinsmitglieder: eine Tasche aus Recyclingmaterial, hergestellt aus den alten Malzsäcken der Bierbrauereien «Braubude Basel» und «Ueli Bier». Damit möchte der Verein etwas dazu beitragen, dass im Alltag weniger Plastik gebraucht wird.

Ware reicht nicht immer

Zur Mittagszeit wird auf dem Matthäusplatz noch immer rege eingekauft, geplaudert und Kaffee getrunken. Einigen Gemüseständen und Brotverkäufern geht jedoch langsam die Ware aus. Vom belebten Markt wird in zwei Stunden nichts mehr zu sehen sein – bis er am kommenden Samstag wieder aufgebaut wird.