Hörnli

Senioren wehren sich gegen Todesfallmeldestelle auf dem Hörnli

Todesfälle sollen künftig auch an einem anderen Ort als auf dem Hörnli gemeldet werden können. (Archiv)

Todesfälle sollen künftig auch an einem anderen Ort als auf dem Hörnli gemeldet werden können. (Archiv)

Basler Senioren wehren sich gegen die Verlegung der Todesfallmeldestelle aufs Hörnli. Sie setzen sich erfolgreich dafür ein, dass Todesfälle nicht nur auf dem Hörnli gemeldet werden können. Wie die Alternative aussehen soll ist noch nicht klar.

Basler Senioren wehren sich gegen die Verlegung der Todesfallmeldestelle von der Rittergasse aufs Hörnli. Und das offenbar mit Erfolg. Zwar wird die Meldestelle ab dem 1. Januar sicher an die Hörnliallee 70 verlegt.

Aber es soll auch künftig eine Lösung geben, die ermöglicht, einen Todesfall ohne Reise auf den Friedhof zu melden. Der oberste Stadtgärtner Emanuel Trueb verspricht: «Wir werden eine Alternative schaffen, obwohl das nicht geplant war.»

Wie diese aussehen soll, dazu macht er noch keine Aussagen. Noch sei der Prozess nicht abgeschlossen.

Dossier beim Chef

Vor einem halben Jahr hat das anders getönt. Eine Interpellation der SP wollte wissen, ob es keine Möglichkeit gibt, eine Zweigstelle in der Innenstadt zu betreiben. Dies mit dem Argument, es sei für betagte Angehörige eine Belastung, aufs Hörnli zu reisen, um einen Todesfall zu melden.

Die Idee eine Zweigstelle einzurichten, zum Beispiel bei den Einwohnerdiensten im Spiegelhof, lehnte die Regierung aber ab. Und beim Bestattungsamt hiess es deutlich: nicht möglich.

In der Zwischenzeit ist das Dossier Chefsache. Im August gab es einen runden Tisch und einen ersten Lösungsvorschlag. «Wir haben den Senioren vorgeschlagen, die Bestattungsunternehmer stärker einzubinden.» Bereits heute würden viele Todesfälle vom Bestatter gemeldet und nicht durch die Angehörigen.

Erster Vorschlag abgelehnt

Allerdings haben die Senioren diese Lösung abgelehnt. «Das war nicht in unserem Sinn», sagt Ursula Walter, die sich für den Verbleib der Todesfallmeldestelle im Stadtzentrum engagiert. Das Anliegen wird von den Grauen Panthern, der Seniorenkonferenz 55+ und einer Reihe Privatpersonen unterstützt.

Einen Todesfall bei einem Bestatter mit kommerziellen Interessen zu melden, «zudem gegen eine vorgesehene Gebühr», sei kein Ersatz für die staatliche Dienstleistung. Die Bestatter würden die Todesfälle bereits heute gegen Bezahlung melden.

Aber: «Wir wünschen eine zentral gelegene neutrale Meldestelle. Wäre es eine gemeinnützige Stelle gewesen, hätte man darüber reden können», sagt Walter.

Darum wird es einen zweiten Vorschlag geben. «Es ist uns wichtig, dem Wunsch nachzukommen», betont Trueb. Und das sollte bald geschehen: In zwei Monaten soll die Alternative ihren Betrieb aufnehmen.

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