Das Video eines fast schon zutraulichen Bibers mitten in Basel, dessen Urheber ein Leser-Reporter von Telebasel sein dürfte, wird derzeit auf Whatsapp wie wild herumgeboten. Aufgenommen worden sein soll es gemäss des Lokalsenders am späten Nachmittag Anfang vergangener Woche am Grossbasler Rheinufer auf Höhe St. Alban. 

Astrid Schönenberger, Leiterin der Biberfachstelle Baselland, sagt: «Es ist schon ein sehr aussergewöhnliches Video, denn eigentlich sind Biber eher scheue Tiere und nachtaktiv.» Die Biberfachfrau geht davon aus, das es sich um ein zweijähriges Tier auf Reviersuche handeln dürfte. «Noch bevor die zweite Generation jüngerer Geschwister auf der Welt ist, müssen die zweijährigen Biber das Revier verlassen und ein eigenes suchen», erklärt sie. Dies sei in der Region beispielsweise in der Reinacherheide beobachtet worden. «Dort wurden bereits im fünften Jahr in Folge Junge geboren, in diesem Jahr sogar gleich drei», sagt sie. 

Dass der in Basel gefilmte Biber auch tatsächlich auf Stadtgebiet ein Revier – sprich einen Biber-Damm – bilden könnte, das wäre doch eher eine Überraschung, sagt Schönenberger. «Wobei Biber sehr kreativ sind, wie sie uns immer wieder lernen. So hat sich im Park im Grünen ein Biberpaar in einem Betonweiher niedergelassen, was auch nicht unbedingt hätte erwartet werden können, weil sie normalerweise ihre Dämme mit dem Graben eines Erdbaus beginnen.»

Am Basler Rheinufer wäre auch eine Möglichkeit, dass sie Unterschlupf finden zwischen den Blocksteinen am Ufer, wie ein Beispiel in Liestal gezeigt habe, wo während Jahren eine Biberfamilie mit Jungtieren gehaust hat. Die vermehrten Biber-Sichtungen in Basel könnten allerdings auch daher kommen, dass die Biber von der Birsfelder Kraftwerkinsel kommen, wo die Tiere immer wieder aktiv seien.