Während die Umsätze des Detailhandels in Deutschland 2017 um 4,2 Prozent zugenommen haben, liegt der Zuwachs in Südbaden nur bei 1,8 Prozent. Der Detailhandelsverband Südbaden führte dies in seiner Jahresmedienkonferenz am Freitag auf die gesunkene Nachfrage aus der Schweiz zurück.

Die Kaufkraftzuflüsse von dort seien zwar auf einem guten Niveau, aber die Zeit der «Überhitzung» sei vorbei. So hiess es: «Nach Angaben des Hauptzollamtes Singen ist die Anzahl der grünen Scheine rückläufig.» Dies würden auch die Detailhändler bestätigen, die mehrheitlich geringere Umsätze feststellen würden. Mit den grünen Zetteln können sich Personen mit Wohnsitz in der Schweiz die Mehrwertsteuer für Einkäufe in Deutschland zurückholen. Die genauen Zahlen der abgestempelten grünen Zettel teilt der Zoll erst Ende April mit.

Für die gesunkene Nachfrage aus der Schweiz führte der Detailhandelsverband mehrere Gründe an: «Der gestiegene Wechselkurs, veränderte Preispolitik im Schweizer Handel, Nachfragesättigung, der Appell vieler Unternehmen an die nationale Verpflichtung der Bürger im heimischen Handel zu kaufen.» Auch die steigende Online-Affinität Schweizer Kunden verringere die Höhe ihrer Ausgaben. Die Nachfrage konzentriere sich immer stärker auf Produkte des täglichen Bedarfs.

Der Verband dankte dem Staat für die Einstellung von 40 Personen für das Abstempeln der grünen Zettel. Dies würde auch mehr Stichprobenkontrollen ermöglichen. Auffällig ist, dass die Nähe zur Schweiz an Hochrhein und Bodensee zu 2104 Quadratmeter Verkaufsfläche pro 1000 Einwohner führt. In ganz Deutschland liegt der Durchschnitt bei 1450 Quadratmetern.