«Basel kauft ein!»
Shoppen mit Schönheitsfehler: Shopping-Guide wirbt für Basler Läden, vergisst aber einen prominenten

Ab morgen ist das erste «Basel kauft ein!» des Verlags Gourmedia erhältlich. Ein prominenter Laden fehlt im umfangreichen Guide.

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Ramstein Optik fehlt im Shopping-Guide «Basel kauft ein!».

Ramstein Optik fehlt im Shopping-Guide «Basel kauft ein!».

Juri Junkov

Gute Tipps haben ihren Preis. Wer gewillt ist, 24.50 Franken auf den Ladentisch zu legen, kann sich ab morgen den ersten «Basel kauft ein!»-Shopping-Guide am Kiosk oder in der Buchhandlung besorgen. Und erfährt, welche Geschäfte die Mysteryshopper um Wolfram Meister, Chefredaktor und Geschäftsführer des Zürcher Verlags Gourmedia, zu den «125 besten Shopping-Adressen» Basels auserkoren hat.

Am Donnerstagabend wurde das 138 Seiten umfassende Magazin, das sich gestalterisch wunderbar in das seit Jahren erfolgreiche Pendant «Basel geht aus!» einreiht und etwa in «Mode Frauen», «Männerspielzeug», «Schuhe» oder «Accessoires» unterteilt ist, in der Markthalle lanciert. Parallel dazu präsentierten sich ausgewählte Läden im Rahmen des «Flâneurs», einem Projekt von Pro Innerstadt: An Marktständen erkundeten die geneigten Basler Shopper, was die Geschäfte der Stadt zu bieten haben.

Erlebnisse in der Mikro-Welt

Ein Zufall ist das nicht. Pro Innerstadt fungiert auch als Partner von «Basel kauft ein!». Und der Verein ist nicht allein: Auch die Basler Kantonalbank tritt als Sponsor auf. Direktor Guy Lachappelle liess es sich an der Premiere nicht nehmen, auf die Basler Shoppingvielfalt hinzuweisen, Pro-Innerstadt-Geschäftsführer Mathias Böhm ergänzte, dass gerade die Mikro-Läden eine einzigartige Erlebniswelt bieten würden.

Auch im Editorial des Vorabdrucks schwärmte Lachappelle, dass die erste Ausgabe von «Basel kauft ein!» die Blicke auf diejenigen Läden richtet, «die sich mit ihren innovativen Konzepten zu behaupten wissen». Und weiter: «Gerade in den letzten Jahren erleben wir eine Renaissance der kleinen Geschäfte, die fernab der grossen Shoppingmeilen mit einem ausgefallenen und hochwertigen Sortiment eine echte Alternative zu den grossen Ladenketten bieten», schreibt Lachappelle weiter.

Recht hat er. Im Shoppingwerk findet sich Bewährtes wie das Velo-Eldorado John Tweed oder die Schuhkönigin «Rive Gauche», Neues wie der Concept Store Aisso x Oh, you pretty things und Wiederentdecktes wie Plattfon Records.

Wenn man Lachappelle allerdings beim Wort nimmt, gibt es trotzdem etwas zu meckern: Ein Geschäft, das dem Bild des BKB-Direktors perfekt entspricht, ist Ramstein Optik an der Sattelgasse. Der Laden, der auch für seine sehenswerten Werbeplakate bekannt ist, gilt in Basel als die Adresse für exklusive Brillenmodelle und Sonnenbrillen ausgewählter Labels, die nichts mit dem Ray-Ban-Einheitsbrei zu tun haben. Wohl deswegen kann sich Ramstein trotz Ketten-Konkurrenz mehr als gut behaupten. Im «Basel kauft ein!» aufgeführt ist der Laden trotzdem nicht. Inhaber Andreas Bichweiler, der zum Event nicht eingeladen war, erfährt von der Neulancierung erst durch die bz Basel. «Ich finde es schade, dass wir in diesem Guide nicht dabei sind», sagt er in diplomatischer Manier, aber hörbar enttäuscht.

Auf die Anfrage, warum es Ramstein Optik nicht ins Magazin geschafft hat, sagt Mathias Böhm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt: «Die Redaktion suchte die Geschäfte völlig unabhängig von uns aus.» In diesem Sinne kann man bereits heute gespannt sein auf die nächste Ausgabe in zwei Jahren.