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Sicherheitskonzepte: Basel will trotz Terror normal weiterleben

Ansbach in Bayern. München. Nizza. Die Liste der jüngsten Anschläge nimmt kein Ende. Mehr Anschläge bedeuten eine wachsende Unsicherheit der Menschen. Trotzdem setzen mehrere Basler Veranstalter auf die bisherigen Sicherheitsvorkehrungen.

Dominique Waldmann
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Bei Fussballspielen ist man sich strikte Kontrollen gewohnt, wie hier vor einem Super-League-Spiel. Braucht es das nun bei jeder grösseren Veranstaltung?Keystone

Bei Fussballspielen ist man sich strikte Kontrollen gewohnt, wie hier vor einem Super-League-Spiel. Braucht es das nun bei jeder grösseren Veranstaltung?Keystone

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Am Dienstag beginnt das Festival «Im Fluss». Oberhalb der Mittleren Brücke auf Kleinbasler Seite werden sich die Menschen am Abend sammeln. Höhere Sicherheitsvorkehrungen wurden für dieses Jahr aber nicht getroffen. «Es gibt keine Kontrollen. Das macht auch keinen Sinn, weil das Floss auch keinen Eingang hat», sagt Tino Krattiger, Festivalleiter. Seiner Meinung nach tragen die Behörden die Verantwortung. Der Veranstalter alleine könne das nicht gewährleisten. «Die Personalaufwand ist viel zu gross. Das kostet eine Stange Geld», sagt er. Im gleichen Rahmen wie auch die Jahre zuvor, patrouilliere die Polizei bis 20 Uhr. Danach würden sie nicht mehr durchkommen. «Die Rheinschwimmer sind sowieso die viel grössere und realistischere Gefahr für uns. Wir müssen aufpassen, dass die nicht unter das Floss geraten», sagt Krattiger. In jeglichem Notfall werden sogleich die Behörden informiert.

Standard ist vielversprechend

Das Basel Tattoo lockt seit letztem Donnerstag täglich eine grosse Anzahl Zuschauer an seine Aufführungen. Insgesamt werden rund 100'000 Besucher erwartet. Auf eine umfassende Personen- und Gegenstände-Kontrolle wird verzichtet. Die Veranstalter stellen aber eigenes Personal. Eine private Sicherheitsfirma und die Polizei seien ebenfalls vor Ort, sagt Thomas Ackermann, Leiter Kommunikation des Basel Tattoo. «Die Vorkehrungen waren schon immer auf sehr hohem Niveau und werden laufend mit den zuständigen Stellen im Kanton abgesprochen.» Einzig die Sensibilisierung der Besucher habe in den letzten Jahren zugenommen. Auf eine Verschärfung wie zum Beispiel das Scannen von Personen würde verzichtet, da die Besucher zwei Stunden früher am Eingang eintreffen müssten. Im Fall eines Anschlags seien die Massnahmen definiert und mit den kantonalen Stellen abgesprochen. Die Spezialisten seien innert fünf bis zehn Minuten vor Ort, um eingreifen zu können.

«Verhärten sich die Sicherheitsvorkehrungen, nähern wir uns bald dem Niveau des Flughafens», sagt Sandro Bernasconi, Festivalleiter des Open Airs Basel. Das Festival findet Mitte August statt. Die Sicherheitsmassnahmen seien grundsätzlich schon hoch. Vor Ort führe das Open Air eine Personen- und Taschenkontrolle durch. Die Absperrung des Konzertgeländes vereinfache die Kontrolle. An den zwei Haupteingängen sind laut Bernasconi ausreichend Securitas positioniert. Die Polizei patrouilliert zudem um das Areal. Der Veranstalter verständigt bei einem Notfall ebenfalls die entsprechenden Behörden und folgt dem generellen Evakuierungsplan für die Veranstaltung.

Das Festival «Em Bebbi sy Jazz» holt rund 80'000 Zuschauer am 19. August in die Grossbasler Altstadt. An 33 verschiedenen Orten spielen die Künstler. Das mache die Überwachung zu einer speziell grossen Herausforderung, sagt Pascal Degen, Verantwortlicher für die Sicherheit. In Bezug auf Terror setzt auch er vollkommen auf die Zusammenarbeit mit den Behörden. Vor, während und nach der Veranstaltung spreche sich das OK mit der Polizei ab. Der Terror sei im Rahmen eines «umfassenden Sicherheitskonzepts» immer berücksichtig worden. «Der Schaden eines Anschlags ist aber nicht grösser geworden, nur kann die Wahrscheinlichkeit potenziell zunehmen», sagt Degen.

Alle Veranstalter setzen also auf die Kooperation mit den Behörden und wollen keine Ganzkörperscans zum Einsatz bringen. Den Veranstaltern scheint wichtig zu sein: Man muss normal weiterleben. Das gilt wohl auch für den Nationalfeiertag.