CSI

Sie ist auf dem Weg zum grossen Sprung

Die 21-jährige Fiona Meier holte vergangenen Sommer EM-Bronze in Irland.

Die 21-jährige Fiona Meier holte vergangenen Sommer EM-Bronze in Irland.

Die Muttenzerin Fiona Meier startet am CSI Basel für die Schweiz in der Profi-Klasse.

Auf dem Pferd sitzt sie schon beinahe ihr ganzes Leben lang. Die 21-jährige Fiona Meier reitet schon seit dem Kindergartenalter. Ein Hobby mit Erfolg: Am diesjährigen CSI Basel darf die Nachwuchs-Springreiterin zum ersten Mal in ihrer Karriere einen 5-Sterne-Parcours absolvieren.

Der Weg dorthin war jedoch lang und aufwendig. Bereits als Kind träumte die gebürtige Muttenzerin davon, professionelle Reiterin zu werden. «Meine Mutter hatte ein Pferd, und so begann ich sehr früh mit dem Reiten», erzählt Meier. 2011, im Alter von 15 Jahren, rückte der Traum etwas näher. Meier durfte an ihrem ersten internationalen Turnier starten.

Viel Arbeit und Zeit

Ihre Karriere begann Form anzunehmen. So gewann sie 2013 mit dem Schweizer Juniorenteam Gold an der Europameisterschaft der Nachwuchs-Springreiter in Spanien. Ihr grösster Erfolg bisher gelang ihr diesen Sommer: An der EM in Irland gewann sie mit den Schweizer Jungen Reitern (die nächst-höhere Altersklasse nach dem Juniorenteam) die Bronzemedaille. «Das war ein unglaubliches Gefühl. Ich war so stolz auf uns alle», sagt Meier.

Hinter diesen Erfolgen stecken jedoch tausende Stunden Arbeit und Aufwand. Mit dem Reiten begonnen hat sie im solothurnerischen Bättwil. Danach verlegte Meier das Training ins luzernische Alberswil. Sechs Mal pro Woche, durchschnittlich fünf Stunden am Tag, setzte sie dafür ein. Daneben absolvierte die junge Frau das Freie Gymnasium in Basel. «Es war schon sehr stressig», verrät Meier. Nach dem Gymnasium entschloss sie sich deshalb dazu, sich voll und ganz auf das Reiten zu konzentrieren. «Ich ging ein Jahr nach Osnabrück, wo ich auf einem Reiterhof wohnte und trainierte.» Vor einigen Wochen kehrte die Muttenzerin jedoch nach Hause zurück. «Ich hatte etwas Heimweh.»

Auch einen Plan B

So zieht es Meier auch zurück auf den Hof, auf dem alles begann: Die 21-jährige trainiert wieder in Bättwil. «Ich trainiere so oft wie möglich, momentan sind es mindestens drei Stunden pro Tag.» Dazu kriegt die junge Frau jedoch Hilfe: Wenn sie auf dem Hof ankommt, sind die Pferde gesattelt und bereit fürs Training. «Sonst würde ich nicht mehr nachkommen.»

Meier ist sich jedoch bewusst, wie schwierig eine professionelle Reitsport-Karriere ist. Aus diesem Grund hat sie sich an der Uni Basel immatrikuliert. «Im Frühling beginne ich mit dem Medienwissenschafts-Studium, es ist immer gut, einen Plan B zu haben.» Aufgeben will sie das Reiten aber auf keinen Fall. «Ich werde es mir einfach gut einteilen müssen mit den Turnieren und dem Training.» Doch die Nachwuchsreiterin ist zuversichtlich. «Ich hoffe immer noch darauf, professionelle Springreiterin zu werden.»

Denn am meisten gefällt Meier die Arbeit mit den Pferden. «Es ist ein tolles Gefühl, mit einem Pferd auf ein Turnier oder einen Event hinzuarbeiten. Irgendwann macht es Klick zwischen Reiter und Pferd und dann funktioniert es.» Dieser Moment der Team-Entstehung ist für Meier der schönste Augenblick beim Reiten.

Erstmals im Profi-Team

Auch das Turnier selbst ist jeweils ein Highlight für die junge Frau. Am aufregendsten ist für Meier der Zeitpunkt, in dem sie die Halle betritt. «Dann hörst du aus den Lautsprechern ‹Jetzt kommt Fiona Meier für die Schweiz› und alle beginnen zu klatschen – dieses Gefühl ist unbeschreiblich», erzählt Meier. Auch die Teilnahme am momentan laufenden CSI ist für die Muttenzerin sehr speziell. «In Basel bin ich immer etwas nervöser, da viele Freunde und Verwandte zuschauen.»

Das erste Mal startete Meier 2012 am CSI Basel, damals aber noch in der Amateur-Klasse. Dieses Jahr darf die Nachwuchs-Reiterin zum ersten Mal bei den Profis mitreiten. «Ich bin unglaublich dankbar für diese Chance.» Meier konnte es kaum glauben, als sie den Anruf mit den guten News bekam. «Sie fragten mich, ob ich Lust habe, für die Schweiz an den Start zu gehen. Natürlich hatte ich Lust!»

Allzu hohe Ziele will sich Meier jedoch nicht setzen. Denn am CSI Basel wird sie zum allerersten Mal einen 5-Sterne Parcours reiten. Das bedeutet eine maximale Sprunghöhe von 1,60 Meter. Antreten wird Meier mit zwei Pferden. Der belgische Hengst F Olympic MH verhalf Meier bereits zu EM-Bronze. «Er ist ein erfahrenes und ruhiges Tier.» Das zweite Pferd ist die deutsche Stute CSH Coco. «Sie ist etwas jünger und hat noch weniger Erfahrung», erklärt Meier. Daher wird sie diese eher für die leichteren Prüfungen einsetzen.

Am meisten freut sich Meier auf das Reiten. «Natürlich hoffe ich auf eine Klassierung», sagt die 21-Jährige. Doch sie wolle lieber «ohne grosse Chancen starten, aber dann alle überraschen.»

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