Familienpolitik

Sie prägte das Basler Baby-Gate: Lea Steinle tritt aus dem Grossen Rat zurück

Hat einen Riesenwirbel ausgelöst: Die Grüne Lea Steinle hatte im vergangenen November ihren kleinen Sohn in den Saal des Grossen Rats mitgenommen.M. Fritschi

Hat einen Riesenwirbel ausgelöst: Die Grüne Lea Steinle hatte im vergangenen November ihren kleinen Sohn in den Saal des Grossen Rats mitgenommen.M. Fritschi

Die Grüne Basler Grossrätin Lea Steinle erreichte national Bekanntheit, als sie ihren kleinen Sohn zur Sitzung des Basler Kantonsparlaments in den Saal nahm. Jetzt tritt sie zurück. Der Grund sei eine neue berufliche Herausforderung.

Der Wirbel war gross. Ende November vergangenen Jahres nahm die Grüne Basler Grossrätin Lea Steinle ihren kleinen Sohn mit in den Ratssaal. Sie wollte an einer Abstimmung teilnehmen, konnte ihr Baby aber nicht allein im Vorzimmer lassen. Der damalige CVP-Grossratspräsident Remo Gallacchi verwies sie deswegen des Saals, seine Begründung: Kleinkinder gehören nicht in den Ratssaal.

Der Rauswurf sorgte für Aufruhr. «Schämen Sie sich!» «Unerhört! Das ist Diskriminierung!» – so lauteten die wütenden Zwischenrufe im Saal. Letztendlich gab das Büro des Grossen Rates dem Präsidenten recht. Das Reglement in der Geschäftsordnung halte klar fest, dass Drittpersonen ohne vorgängige Erlaubnis keinen Zugang hätten zum Ratssaal sowie zum Vorzimmer, was auch für Babys gelte. Und Steinle habe es nun mal verpasst, vorgängig anzufragen.

Vereinbarkeit Familie, Beruf und Mandat nicht möglich

Nun tritt Lea Steinle per Ende Februar 2020 aus dem Rat zurück. Nicht wegen des Kindes, sondern wegen einer beruflichen Neuorientierung. Im Sommer dieses Jahres habe sie eine neue Stelle als Projektleiterin Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Bern angetreten. Das Mandat sei mit der Dreifachbelastung von Politik-Familie-Beruf nicht mehr vereinbar, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag.

Steinle rückte direkt nach den Erneuerungswahlen 2016 in den Grossen Rat nach. Für die Fraktion des Grünen Bündnisses war sie in der Bildungs- und Kulturkommission, der Regiokommission sowie in der Delegation des Districtrats tätig. «Dass es bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention und dem Vaterschaftsurlaub für Kantonsangestellte vorwärts geht, ist ihren Vorstössen zu verdanken», schreibt ihre Partei.

Für Steinle nachrücken wird die 26-jährige Masterstudentin, Schwimmlehrerin und Projektleiterin Raffaela Hanauer. Neben ihren Funktionen im jgb war Hanauer auch im Vorstand der Jungen Grünen Schweiz. (bz/ans)

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