Zolli Basel

Sie stinken und klappern mit den Zähnen: Die Ursons sind im September in Basel eingezogen

Es ist stachlig, sieht aber harmlos aus. Ursons, die neue Tierart im Zoo Basel. Auch «Baumstachler» werden sie genannt, denn zwischen unzähligen Haaren verstecken sich spitze Stacheln, die gar nicht so ungefährlich sind.

Im Frühling wurden ein weibliches und ein männliches Urson in verschiedenen Zoos geboren. Im September durften sie dann im Zoo Basel einziehen, mussten aber gleich einige Wochen in Quarantäne. Im November lernten sich die beiden dann kennen und ihre Anlage wurde mit neuen Kletterbäumen ausgestattet.

Es stinkt und klappert mit den Zähnen

Das Tier sieht unauffällig aus, im Fell hat es aber etwa 30'000 Stacheln versteckt. Es handelt sich um modifizierte Haare, mit welchen sich die Ursons verteidigen können. Ein Urson greift aber nicht einfach so an, er warnt seine Feinde, indem er laut mit den Zähnen klappert und die Stacheln ausfährt. Ein Angriff kann böse enden, denn sein Schwanz ist mit spitzen Stacheln und Widerhaken versetzt.

Wird ein Feind von diesen Stacheln erwischt, greifen sich diese tief im gewebe fest und können bis in die Organe eindringen. Umso wichtiger also, dass andere Tiere auch ein weiteres Merkmal des Ursons beachten: Der Gestank. Fühlt sich ein Urson bedroht, riecht es besonders stark.

Der gefährliche Schwanz dient ausserdem nicht nur als Waffe, denn Ursons klettern rückwärts die Bäume hinunter, wobei der Schwanz als Stütze dient.

Aphrodisierendes Baumstachler-Parfum

Eigentlich sind Ursons Einzelgänger, im Zoo kann man sie aber paarweise beobachten. Ein paarungsbereites Weibchen hinterlässt Duftmarken, um das Männchen anzulocken. Dieses nähert sich dem Weibchen und besprüht es mit Urin, was den Eisprung auslöst. Bei der Paarung halten beide Tiere ihre Stacheln flach, um sich nicht gegenseitig zu verletzen.

Für ein Nagetier ist die Tragezeit beim Urson mit 200 Tagen sehr lang. Das Junge kommt unter der Erde in einem Bau zur Welt und wiegt etwa 450 Gramm. In den zwei Wochen, in welchen das Junge im Bau bleibt, kommt die Mutter immer wieder zum Säugen zurück. Verlässt das Junge den Bau, wiegt es etwa ein Kilogramm und beginnt schon bald selbst zu klettern.

Winterspeck und kalte Temperaturen

Wenn es draussen langsam kalt wird, fressen sich Ursons Winterspeck an, um sich auf ihre Winterruhe vorzubereiten. Diese verbringen sie hauptsächlich ruhend in einem Baum, von welchem sie Rinde fressen. Die entsprechenden Bäume überleben dies häufig nicht.

Das etwas plump aussehende Tier ist ein exzellenter Kletterer und übersteht Temperaturen bis zu minus 35° C. Ursons können etwa 20 Jahre alt werden.

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