Buch Basel

Signers Waterloo mit der Literaturmesse «BuchBasel»

Down: F. Werner. Up: K. Eckert.

Down: F. Werner. Up: K. Eckert.

Das finanzielle Desaster beim Trägerverein Literatur Basel ist noch nicht ausgeleuchtet – doch die CMS stopft das Loch. Die Basler Regierung hat die Geldspende abgenickt. Ein verdientes Kadermitglied lässt sie schliesslich nicht im Regen stehen.

Der Verein LiteraturBasel ist eigentlich pleite. Rund 180000 Franken Schulden lasten auf der Trägerorganisation des Basler Literaturhauses, des Literatur-Festivals und der Messe BuchBasel. Trotz revidiertem Jahresabschluss 2011 könnten sich die Zahlen noch verändern: Eine Treuhandfirma wurde vergangene Woche beauftragt, zu überprüfen, wie viel Geld von den bereits verschickten Rechnungen zu erwarten ist und wie viel davon als nicht einbringbar abgeschrieben werden muss. Und dann besteht auch ein Abschreibungsbedarf.

Auch das Budget für das laufende Jahr ist voller Vagheit. Zwar wurde die Durchführung der BuchBasel kurzerhand gestrichen, um sich des grössten Risikos zu entledigen. Doch was die Auflösung der bestehenden Verträge etwa mit der Messe kosten wird, ist noch nicht ausgehandelt. Im September werden die neuen Zahlen publiziert.

Hans Georg Signer, Präsident des Trägervereins und Leiter Bildung im Basler Erziehungsdepartement, hat sich voll auf dem linken Fuss erwischen lassen. Zwar hat er bereits 2004 das Präsidium übernommen, doch damals nur für den Betrieb des Literaturhauses. Den Quantensprung, den die Durchführung einer kommerziellen Messe mit sich brachte, hat er verpasst.

Signer räumt ein: «Eine Professionalisierung wäre notwendig gewesen.» Vor allem in Administration und Rechnungsführung hätte man mehr investieren müssen, meint Signer. Die Selbstkritik ist auch eine harsche Kritik an Felix Werner, der als Geschäftsführer diese Strukturen hätte aufbauen sollen. Die Warnung des «Sonntags», der vor einem halben Jahr bereits auf die prekäre finanzielle Situation hinwies, hatte Signer noch in den Wind geschlagen: «Die BuchBasel ist munter!» replizierte er in einem Leserbrief.

Isoliert betrachtet wäre der Abschluss 2011 mit einem Verlust von 26000 Franken nicht so verheerend gewesen. Budgetiert war allerdings ein Überschuss von 60000 Franken. Dieser war jedoch zwingend, um die aufgelaufenen Schulden abzutragen. Dazu hatte sich der Verein gegenüber der Revisionsgesellschaft verpflichtet, um grünes Licht zu erhalten. Der Sanierungsplan wurde jedoch um über 80000 Franken verfehlt. Einen Mehrertrag konnte Geschäftsführer Felix Werner zwar mit der Messe erzielen, doch dies nur um den Preis von noch viel höheren Kosten.

Den grossen Eklat konnte Signer gerade noch vermeiden. Werner, für den «Sonntag» nicht zu erreichen, überliess das Feld Programmleiterin Katrin Eckert, und der Verein musste nicht liquidiert werden. Signer hat diese der Christoph Merian Stiftung (CMS) zu verdanken, die mit 300000 Franken nicht nur das Loch stopft, sondern auch ein Finanzpolster für die kommenden Monate sachafft. Die Basler Regierung hat die Geldspende abgenickt. Ein verdientes Kadermitglied lässt sie schliesslich nicht im Regen stehen.

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